Jerusalemer Alt-Patriarch
Jerusalemer Alt-Patriarch: “Zwei-Staaten-Lösung oder keine Zukunft für Israel”
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Quelle
Patriarch Emeritus Michel Sabbah van Jerusalem
Lateinisches Patriarchat von Jerusalem – VIII – Patriarch Michel Sabbah
Michel Sabbah – Wikipedia
Israel muss seine Haltung im israelisch-palästinensischen Konflikt nach Worten von Michel Sabbah ändern, wenn es als Land überleben will. “Entweder gibt es eine Zwei-Staaten-Lösung oder es gibt keine Zukunft für Israel hier”, sagte der emeritierte Lateinische Patriarch von Jerusalem vor einer internationalen Bischofsgruppe.
Er erwarte ein Eingreifen Gottes in den Konflikt, fügte er hinzu: “Gott wird eine Veränderung in diesem Land bewirken. Eine Möglichkeit ist ein Weltkrieg. Und dann würde dieses ganze Land zerstört werden. Oder es gibt einen anderen Weg, bei dem wir mehr Mitgefühl zeigen”, so Sabbah.
Wenn Israel an seinem gegenwärtigen “militärischen Leben verbleibt, in dem es sich heute befindet, wird das das Ende Israels sein”, mahnte er weiter. Während die Palästinenser, die immer im Heiligen Land gelebt hätten, bleiben würden, erinnerten sich die meisten Israelis an die Länder, aus denen sie gekommen seien, und würden auch zurückkehren, so der palästinensische Geistliche.
Der 92-Jährige zeichnete ein düsteres Bild der gegenwärtigen Lage im Heiligen Land. “Einige von ihnen sind Familie. Aber die Mehrheit sind offiziell Feinde”, so Sabbah über die jüdisch-israelische Mehrheit und das Zusammenleben.
“Palästinenser haben zwei Möglichkeiten: wegzugehen oder getötet zu werden”
Scharfe Kritik äußerte Sabbah an der israelischen Kriegsführung im Gazastreifen. Zugleich sei es Israel aber nicht gelungen, Frieden und Sicherheit zu erreichen. Diese seien nur über die Anerkennung der Rechte der Palästinenser möglich.
Sabbah warf Israel vor, kein Existenzrecht der Palästinenser im Heiligen Land anzuerkennen. “Palästinenser haben zwei Möglichkeiten: wegzugehen oder getötet zu werden”, so Sabbah, der den Willen der Palästinenser zu einer friedlichen Koexistenz mit Israel betonte.
25. Bischofstreffen im Heiligen Land
Zum 25. Mal trifft sich seit Sonntag eine internationale Gruppe katholischer Bischöfe mit Christen im Heiligen Land. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) ist durch den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten, den Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz, vertreten.
Das Bischofstreffen findet seit 1998 jeweils im Januar im Auftrag des Heiligen Stuhls und auf Einladung der katholischen Bischöfe des Heiligen Landes statt. Es soll “Christen und Kirchen im Heiligen Land in ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Verständigung zwischen den Völkern und Religionsgemeinschaften” stärken und die Verbindung der Weltkirche mit ihnen festigen.
kna – gs, 18. Januar 2025
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