Parolin hofft nach US-Zwischenwahlen auf Vernunft und Frieden
Der deutliche Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten bringt aus Sicht des Heiligen Stuhles „sicherlich Änderungen“ in der US-Politik. „Hoffen wir, dass Vernunft und Augenmaß überwiegen“, sagte Kardinalstaatssekretär Parolin am Donnerstag am Rande einer China-Konferenz in Rom. Besonders zähle er auf mehr Zusammenarbeit, um den Krieg gegen die Ukraine zu beenden

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Bei den Midterms am Dienstag haben die Demokraten überraschend deutlich gegen Donald Trumps Republikaner gewonnen und die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses erobert. Die Hoffnung des Heiligen Stuhls sei es nun, „dass die Fähigkeit zur Zusammenarbeit vorhanden ist“, erklärte Parolin. „Wir werden versuchen, zum Wohle des Landes tragfähige Lösungen zu finden. Das ist wichtig, das wünschen wir uns.“
Mit Sicherheit werde die Mehrheit der Demokraten in Abgeordnetenhaus und Senat „Veränderungen mit sich bringen“, welche, sei jedoch schwer vorherzusehen. „Aber wir hoffen, dass sich Vernunft und gesunder Menschenverstand durchsetzen“, betont der Staatssekretär. „Wir hoffen, dass diese Veränderungen (zum Frieden) führen können, denn wir wünschen uns schon seit langem, dass alles getan wird, um das äußerst schmerzhafte Kapitel der Ukraine und viele andere Konflikte auf der Welt abzuschließen.“
Ein Papst, der wählt? „Jedes Recht, das zu tun”
Befragt wurde Parolin am Rande der Konferenz auch zu der Tatsache, dass Papst Leo XIV. bei den US-Zwischenwahlen seine Stimme abgab; er wählte per Briefwahl. Leo habe als US-Bürger „jedes Recht, das zu tun”, erklärte der Kardinalstaatssekretär. Dass ein Papst sein passives Wahlrecht bei politischen Wahlen wahrnimmt, gilt als ungewöhnlich. Nach allem, was bekannt ist, machten Leos Vorgänger von ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch.
Papst Leo steht hinter dem Abkommen mit China
Parolin äußerte sich am Rand einer Konferenz über die Weihe der ersten einheimischen chinesischen Bischöfe vor hundert Jahren; die Veranstaltung wurde vom vatikanischen Fidesdienst und der päpstlichen Universität Urbaniana organisiert. Unter den Teilnehmern sind drei chinesische Bischöfe, neben Kardinal Stephen Chow von Hongkong der Bischof von Peking, Li Shan, und der Bischof von Haimen, Ignatius Ding Zuyao. Kardinalstaatssekretär Parolin erklärte sich erfreut über ihre Anwesenheit und bekräftigte, die Ernennung von Bischöfen für China erfolge weiterhin in Abstimmung zwischen Heiligem Stuhl und Peking, wie es dem bereits zweimal verlängerten, vertraulichen Abkommen entspricht. Papst Leo habe diesem Verfahren zugestimmt.
Kürzlich hatte der vatikanische „Außenminister“ Erzbischof Paul Richard Gallagher mit Blick auf das Abkommen von „Unvollkommenheit“ gesprochen. Sämtliche Abkommen seien unvollkommen, infolgedessen auch jenes mit China, sagte dazu Kardinal Parolin: „Umso mehr, als es aufgrund der Komplexität der Situationen und Bedingungen, unter denen wir handeln mussten und weiterhin handeln müssen, kein so einfaches Abkommen war.“ Der Weg sei hier aber offen, und man versuche, „das Unvollkommene zu vervollkommnen“.
vatican news – gs, 5. November 2026
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