Ukraine: Waffenruhe für Oleschky nach Appell von Papst Leo XIV.


In der von russischen Truppen besetzten ukrainischen Stadt Oleschky gilt seit Dienstag (27. Oktober) eine lokale Waffenruhe. Sie soll humanitäre Hilfslieferungen und die Evakuierung der verbliebenen Bevölkerung ermöglichen. Papst Leo XIV. hatte sich zuvor in Telefongesprächen mit den Präsidenten Russlands und der Ukraine für eine solche Feuerpause eingesetzt

Quelle
Vatikan sammelte Hilfsgüter für Ukraine – Vatican News

In der südukrainischen Frontstadt Oleschky gibt es Hoffnung auf eine Verbesserung der humanitären Lage. Nach Angaben der italienischen Tageszeitung „Avvenire“ trat am Dienstagmorgen eine lokale Waffenruhe in Kraft. Bereits am 23. Oktober hatte das Weiße Haus mitgeteilt, dass US-First-Lady Melania Trump erfolgreich eine entsprechende Vereinbarung ausgehandelt habe.

Allerdings hatte sich Papst Leo XIV. bereits zuvor persönlich für eine Feuerpause eingesetzt. Noch aus der römischen Gemelli-Klinik, wo ihm am 13. Oktober ein Lungentumor entfernt worden war, telefonierte er am 16. Oktober mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dabei appellierte er an den Kreml-Chef, humanitäre Hilfslieferungen und die Evakuierung der Bevölkerung aus der seit 2022 besetzten Stadt zu ermöglichen. Drei Tage später sprach der Papst auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die Situation.

Hoffnung auf humanitäre Hilfe

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen befinden sich noch bis zu 1.700 Menschen, darunter 47 Kinder, in der verminten Frontstadt im Gebiet-Cherson. Die Versorgungslage ist angespannt: Es fehlt an Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Strom. Hinzu kommt die anhaltende Gefährdung der Bevölkerung durch die Kriegshandlungen und die Verminung des Gebiets.
Über die konkrete Umsetzung der Waffenruhe und mögliche Evakuierungen liegen bislang nur wenige Informationen vor.

Sollte die Feuerpause Bestand haben und die humanitäre Aktion gelingen, könnte dies nach Einschätzung von „Avvenire“ auch neue Impulse für diplomatische Verhandlungen geben. Russland und die Ukraine haben demnach eine Wiederaufnahme der Gespräche unter Beteiligung der USA für November bestätigt. Als möglicher Verhandlungsort gelten die Vereinigten Arabischen Emirate. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sprach in diesem Zusammenhang von einem „Präzedenzfall“.

Päpstlicher Gesandter besucht die Ukraine

Unterdessen wird am Dienstag Erzbischof Luis Marín de San Martín in der Ukraine erwartet. Sein Besuch soll die Solidarität von Papst Leo XIV. mit der Bevölkerung zum Ausdruck bringen, die unter dem russischen Angriffskrieg leidet.

Während seines bis Freitag geplanten Aufenthalts will der Erzbischof Einrichtungen in Kiew, Saporischschja, Dnipro und Fastiw besuchen. Nach Angaben der Vatikan-Medien geht auch diese Initiative auf die jüngsten telefonischen Kontakte des Papstes mit Putin und Selenskyj zurück.

kap – vo, 27. Oktober 2026

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