Papst telefoniert mit Putin


Papst Leo und Russlands Präsident Wladimir Putin haben an diesem Freitag miteinander telefoniert. Das gab der vatikanische Pressesaal am Nachmittag bekannt. Dabei hat der Papst insbesondere humanitäre Maßnahmen für die Stadt Oleshky in der südukrainischen Region Cherson angemahnt und das Engagement des Heiligen Stuhls für Frieden und Dialog bekräftigt

Quelle
Nuntius in der Ukraine: Kirche als Rettungsanker gegen Resignation – Vatican News
Kein Essen, keine Fluchtmöglichkeit: Dramatische Lage in Oleschky – News – SRF
„Menschen müssen Unkraut essen“: Die Hölle von Oleschky unter russischer Besatzung | Euronews
Ukraine (966)

Im Lauf des Telefonats habe der Papst „seine tiefe Besorgnis über die ernste humanitäre Lage in der Stadt Oleshky in der Oblast Cherson zum Ausdruck“ gebracht und einen Waffenstillstand gefordert, „um die Ankunft von Nahrungsmittel- und medizinischer Hilfe sowie die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung zu ermöglichen“, heißt es in dem Statement aus dem Pressesaal.

Abschließend habe der Papst das Engagement des Heiligen Stuhls für den Dialog und den Frieden bekräftigt.

Parolin: Initiative des Papstes für die belagerte Stadt

„Es war der Heilige Vater, der die Initiative ergriffen hat, um sich für diese belagerte Stadt einzusetzen, in der sich etwa 2.000 Zivilisten befinden, die Auswege benötigen – humanitäre Auswege“. Das erklärte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am Freitag am Rande einer Tagung an der Universität Cattolica in Rom. „Der Papst hat darum gebeten, dass es eben einen Waffenstillstand gibt, um sowohl die Ankunft humanitärer Hilfe, vor allem von Lebensmitteln, als auch die Evakuierung derjenigen zu ermöglichen, die die Stadt verlassen wollen“, erläuterte der Kardinal.

Er hoffe, so Parolin, „dass Präsident Putin angesichts einer solchen Bitte des Heiligen Vaters bereit ist, das umzusetzen, worum der Papst ihn gebeten hat. Die Tatsache, dass er das Telefonat angenommen und gesprochen hat, kann meiner Meinung nach – ja, ich hoffe, dass dies ein gutes Vorzeichen ist – tatsächlich eine Umsetzung dessen sein, worum der Papst gebeten hat“, so der Kardinalstaatssekretär.

Genesung schreitet weiter voran

Seit Dienstag befindet sich Papst Leo in der römischen Gemelli-Klinik, in der ihm ein bösartiger Tumor in der Lunge entfernt wurde. Seine Genesung schreitet voran, so hatte er auch an diesem Freitag weitere Besucher empfangen, wie der Pressesaal ebenfalls mitteilte.

So habe er in zwei getrennten Audienzen den Dekan des Kardinalskollegiums und Pro-Präfekten des Dikasteriums für Evangelisierung, Luis Antonio Tagle, und seinen Generalvikar für die Diözese Rom, Kardinal Baldo Reina, empfangen.

Mittags hatte er in dem eigens eingerichteten Raum im zehnten Stock des Klinikums mit Krankenhauspersonal die Messe gefeiert und dabei auch die Kommunion gespendet.

-aktualisiert um 18.50 Uhr: Parolin-

vatican news – cs/pr, 16. Oktober 2026

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