Papst Leo XIV. trifft Patriarch Bartholomaios
Papst Leo XIV. hat den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., diesen Samstag im Vatikan in Audienz empfangen. Das gab der Vatikan anschließend bekannt. Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Konstantinopel ist zu einem mehrtägigen Besuch nach Italien gereist, wo ihm am Freitag die Ehrendoktorwürde der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin verliehen wurde. Am 27. Oktober will der Patriarch zudem am internationalen Friedenstreffen in Assisi teilnehmen

Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel erhielt am Freitag (23. Oktober) an der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin in Rom, dem sogenannten Angelicum, die Ehrendoktorwürde. Die Laudatio hielt Kardinal Kurt Koch, Präfekt des vatikanischen Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen. Er würdigte insbesondere die Verdienste des Patriarchen um die Ökumene und den Dialog zwischen den christlichen Kirchen.
Patriarch ruft zu Einheit und Dialog auf
In seiner Dankesrede betonte Bartholomaios die Verantwortung der Kirchen für die Einheit in einer zunehmend von Konflikten und gesellschaftlichen Spaltungen geprägten Welt. Die Zukunft der Orthodoxie und des Christentums insgesamt hänge wesentlich davon ab, die Kultur der Konziliarität wiederzuentdecken, die bereits die frühe Kirche geprägt habe.
Der Patriarch plädierte für „Demut vor Triumphgehabe, Begegnung vor Isolation, Dialog vor Spaltung und Gemeinschaft vor Nationalismus“.
Auch das Verhältnis zwischen Primat und Synodalität sprach Bartholomaios an. Beide Prinzipien seien untrennbar miteinander verbunden und könnten nicht unabhängig voneinander bestehen. Damit griff er eine zentrale Frage des theologischen Dialogs zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche auf.
In diesem Zusammenhang begrüßte der Patriarch erneut den synodalen Prozess der katholischen Kirche, den Papst Franziskus angestoßen hatte und den Papst Leo XIV. fortsetzt.
Würdigung des Panorthodoxen Konzils
Bartholomaios verteidigte zudem die Einberufung des Panorthodoxen Konzils, das vor zehn Jahren auf Kreta stattgefunden hatte. Gegenüber Kritik aus den eigenen orthodoxen Reihen bezeichnete er das Konzil und seine Beschlüsse als wichtigen Meilenstein für die Orthodoxie.
Der Besuch des Patriarchen in Italien steht auch im Zeichen des interreligiösen Dialogs. Am Dienstag (27. Oktober) will Bartholomaios am internationalen Friedenstreffen in Assisi teilnehmen, das von der Gemeinschaft Sant’Egidio organisiert wird.
vatican news/kap – vo, 24. Oktober 2026
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..
Themen


Schreibe einen Kommentar