Friedenstreffen in Assisi: Ohne Papst, mit Vorfreude auf Peru-Reise
Diesen Sonntag hat in Assisi das 40. internationale Friedenstreffen der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio begonnen. Mehr als 380 Vertreter verschiedener Religionen werden erwartet. Papst Leo XIV. wollte zum Abschluss am 27. Oktober anreisen, musste aus gesundheitlichen Gründen nach seiner Lungen-OP aber vorsichtshalber verzichten. Seine Peru-Reise im November wurde bisher nicht abgesagt. In Assisi vor Ort ist die Peruanerin Glenda Katya Alvarado Caceres, wir haben mit ihr gesprochen
Quelle
Home – Gemeinschaft Sant’Egidio
Lateinamerika freut sich auf die «Heimkehr» von Papst Leo XIV.: Swiss Cath News
Sant’Egidio

Antonella Palermo und Stefanie Stahlhofen – Vatikanstadt
Papst Leo XIV. besitzt die peruanische Staatsbürgerschaft und verbrachte wesentliche Abschnitte seines Lebens und Wirkens in dem Land. Vor seiner Wahl zum Papst war er als Bischof von Chiclayo tätig, einer Diözese im Norden Perus, wodurch er mit den Gegebenheiten der Region vertraut ist. Dort hat die Peruanerin Glenda Katya Alvarado Caceres, die inzwischen in Italien lebt, den heutigen Papst auch persönlich erlebt. Als Papst Leo XIV. beim Mittagsgebet am 11. Oktober überraschend ankündigte, wegen eines Knotens in der Lunge operiert werden zu müssen und man nach der OP erfuhr, es war Krebs, war die Sorge unter den Peruanern groß: „Für mich ist er ein Heiliger. Für die ganze Gemeinde, meine Gemeinde, ist er ein Heiliger. Deshalb hatten wir solche Angst wegen dieser Krebserkrankung, denn Gott nimmt die Heiligen wirklich schon in jungen Jahren zu sich. Daher haben wir sehr geweint – du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr die Leute geweint haben, als sie sagten, er habe Krebs – und wie sie gebetet haben! Unglaublich, wie sie gebetet haben. Die Kirche war voller Menschen, sie haben auf den Straßen gebetet. Es gab Gebetswachen den ganzen Abend lang. Und Gott sei Dank ist er geheilt, denn so ist es, es ist ein Segen Gottes.“
„Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr die Leute geweint haben, als sie sagten, er habe Krebs – und wie sie gebetet haben! Unglaublich, wie sie gebetet haben“
Dankbar für Genesung des Papstes – und die Hilfe von Sant Egidio
Der Vatikan hatte am 23. Oktober bekannt gegeben, dass nach einer weiteren onkologischen Beurteilung für den Papst „keine zusätzliche Therapie erforderlich“ sei. Von der Reise per Hubschrauber zum Abschluss des Friedenstreffens in Assisi am 27. Oktober rieten die Ärzte aus Vorsicht jedoch ab, weshalb Papst Leo XIV. nun nicht vor Ort sein wird. Der Gemeinschaft Sant Egidio, die das Treffen organisiert, hat die Peruanerin Glenda Katya für ihren Start in Italien viel zu verdanken: „Es war hier sehr schwer für mich. Aber Gott sei Dank habe ich damals angefangen, Italienisch in der Schule der Gemeinschaft Sant’Egidio zu lernen. Sie haben mich aufgenommen, sie haben mir alles gegeben. Sie haben mir praktisch das Leben gerettet. Mir ging es schlecht- man kann das Leid eines Migranten, der gerade erst angekommen ist, gar nicht ganz erfassen – sie haben damals alles für mich getan.“
„Mir ging es schlecht- man kann das Leid eines Migranten, der gerade erst angekommen ist, gar nicht ganz erfassen – sie haben damals alles für mich getan“
Erinnerung an heutigen Papst in Chiclayo und Vorfreude auf Peru-Reise Leos
Am internationalen und interreligiösen Friedenstreffen in Assisi wird die 54-Jährige in einem traditionellen peruanischen Kleid teilnehmen. Darauf ist sie stolz, denn sie liebt ihr Peru von ganzem Herzen. Viele Jahre lang hat sie traditionelle Tänze unterrichtet; irgendwann erkrankten ihre Knie, und sie war gezwungen, den Beruf zu wechseln. Sie versuchte ihr Glück mit der Auswanderung nach Italien. Seit 2019 ist sie nun hier. Inzwischen macht sie mit Sant Egidio gerade eine Ausbildung zur Kulturvermittlerin. Danach will sie nach Peru zurückkehren.
„Man sieht, dass er Chiclayo und Peru wirklich liebt. Vor allem ist sein Besuch für mich, Ausdruck seines Auftrags, den Glauben zu bekräftigen, unseren Glauben zu bekräftigen“
Als im Jahr 2025 Kardinal Robert Prevost, dem sie in seiner Zeit in Peru so oft auf den Straßen von Chiclayo begegnet war, zum Papst gewählt wurde, konnte sie es kaum glauben. Nun freut sie sich auf die Lateinamerika-Reise Leos vom 6. bis zum 17. November, bei der er vom 13. bis zum 15. November auch Chiclayo besuchen will:„ Für uns ist es, als käme jemand zurück nach Hause. Ich würde sagen, es ist ein Geschenk, eine Freude, ein Segen Gottes – nicht nur, dass unser Bischof zum Papst gewählt wurde, sondern dass er in seine Stadt zurückkehrt, die er so sehr liebt. Man sieht, dass er Chiclayo und Peru wirklich liebt. Vor allem ist sein Besuch für mich Ausdruck seines Auftrags, den Glauben zu bekräftigen, unseren Glauben zu bekräftigen. Er hat den Auftrag, noch mehr Seelen zu retten.“
Die Peruanerin Glenda Katya Alvarado Caceres meint, dass Papst Leo in Peru, einem Land, in dem noch immer viele Menschen weder Wasser noch ausreichend Nahrung, Fernsehen oder Bildung haben, auch eine positive Entwicklung sehen wird. Leo XIV. habe sich für Chiclayo gewünscht, dass die Stadt aus der Armut komme, und genau dies geschehe gerade. Inzwischen gebe es sogar Tourismus.
vatican news – sst, 25. Oktober 2026
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