Rückkehr zum Glauben
Rückkehr zum Glauben: Erzbischof Hicks über den Wandel in New York
Quelle
US-Bischöfe beten für 250. Jahrestag der USA – DOMRADIO.DE
Nach dem feierlichen Empfang des Palliums durch Papst Leo im Petersdom hat sich der Erzbischof von New York, Ronald Hicks, in einem Interview mit Vatican News über die kirchliche Lage in seiner Diözese geäußert. Im Zentrum seiner Bestandsaufnahme steht eine spürbare Veränderung in der Demografie der Gläubigen in New York
Deborah Castellano Lubov und Mario Galgano – Vatikanstadt
Hicks berichtet von einer ausgeprägten Gastfreundschaft, die ihm seit seinem Amtsantritt in der US-Metropole von Katholiken sowie von der allgemeinen Bevölkerung entgegengebracht wurde. New York erweist sich laut dem Erzbischof als ein Mikrokosmos, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft eine gemeinsame Identität im Glauben und im Einsatz für das Gemeinwohl finden:
“Was mich am meisten überrascht hat, war der herzliche Empfang. Ich hatte mich nämlich dem Klischee angeschlossen, dass viele New Yorker schroff, unhöflich und hektisch seien, doch stattdessen wurde ich so herzlich empfangen – nicht nur von Katholiken, sondern von New Yorkern aus allen Teilen der Stadt. Ich kann reingehen und ein Stück Pizza kaufen, und der Verkäufer erkennt mich und fragt: ‘Bist du der Neue?’ Ich sage: ‘Ja, ich bin der Neue.’ Er antwortet: ‘Na dann, willkommen in New York. Herzlichen Glückwunsch. Wir freuen uns, dass du hier bist.'”
Zuwendung junger Erwachsener
Die größte pastorale Chance für die Erzdiözese liegt derzeit in der verstärkten Zuwendung junger Erwachsener im Alter zwischen 20 und 30 Jahren zum kirchlichen Leben. Hicks führt diese Entwicklung auf eine Suche nach Orientierung in einer komplexen Gegenwart zurück: “Ich glaube, der Grund, warum wir eine Zunahme von jungen Erwachsenen sehen, die sich wieder im Glauben engagieren, ist, dass sie einen Teil der Zerrissenheit der Welt gesehen haben, wie eine Welt aussieht, wenn sie nicht mit dem Glauben oder einer moralischen Tradition oder mit bestimmten Werten oder Tugenden verbunden ist, die einen erden und leiten.” Eine Gesellschaft, die völlige Beliebigkeit propagiere, hinterlasse bei vielen jungen Menschen das Bedürfnis nach einem tieferen Sinn, den sie nun in den Strukturen der Kirche und im ehrenamtlichen Engagement suchen.
Theologische Ausbildung, Katechese und aktive Evangelisierung
Um dieser Dynamik zu begegnen, setzt das Erzbistum New York verstärkt auf theologische Ausbildung, Katechese und eine aktive Evangelisierung. Hicks betont, dass die Kirche die Tendenz zur Selbstreferenzialität überwinden muss: “Ich möchte sicherstellen, dass wir nicht nur jungen Menschen, sondern Menschen jeden Alters gezielt helfen, den Herrn kennenzulernen, zu lieben und ihm zu dienen. Gleichzeitig müssen wir weiterhin eine Kirche sein, die nicht selbstreferenziell ist, sondern eine Kirche auf Mission und im Dienst an den anderen.”
Bezüglich der Herausforderung, in einer stark säkularisierten Kultur wie jener New Yorks Relevanz zu behalten, warnt der Erzbischof vor einer falschen Demut, die den Glauben ausschließlich ins Private oder in den Kirchenraum verbannt. Der Glaube müsse integraler Bestandteil des Alltags, der Familien und des Arbeitslebens werden. Angesichts weitverbreiteter Zukunftsängste in der amerikanischen Gesellschaft richtet Hicks ein Wort der Ermutigung an die Bevölkerung: “Verliert niemals die Hoffnung. Jesus ist immer mit uns im Boot.” Auch in Phasen gesellschaftlicher Instabilität bleibe die christliche Botschaft ein verlässliches Fundament.
vatican news, 2. Juli 2026
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