‘Synodalkonferenz nicht für November 2026’
DBK-Chef Wilmer erwartet erste Synodalkonferenz nicht für November 2026

Quelle
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Ein Gespräch mit dem Kirchenrechtler Heribert Hallermann über den “Synodalen Ausschuss”: “Rechtswidrig und somit ungültig”
“Bewusst mit Unschärfen gearbeitet”: Kirchenrechtler Hallermann über Synodalkonferenz
Grosse Verwirrung
Von Martin Bürger
Redaktion – Samstag, 16. Mai 2026
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) erwartet die erste Zusammenkunft der Synodalkonferenz als Verstetigung des Synodalen Wegs nicht für November 2026, wie dies eigentlich geplant war. Hintergrund ist die vatikanische Prüfung der Satzung dieses neuen Gremiums auf Bundesebene, das aus Bischöfen und Nicht-Bischöfen bestehen soll, wie Bischof Heiner Wilmer SCJ am Freitag ausführte.
In einem Gespräch mit dem Fernsehsender Phoenix am Rande des Katholikentags in Würzburg sagte der Bischof: “Ich gehe persönlich nicht davon aus, dass wir schon im November zusammenkommen, aufgrund der Dynamiken, weil es von einem Diskasterium ins nächste geht.”
Die weiterhin kritische Frage mit Blick auf die Satzung ist jene nach dem gemeinsamen Beraten und Entscheiden von Diözesanbischöfen und Nicht-Bischöfen, was im Vatikan zumindest in den vergangenen Jahren auf Widerstand stieß. In der Satzung heißt es konkret, die Synodalkonferenz “berät und fasst Beschlüsse im Sinne ‘synodaler Entscheidungsprozesse’ (vgl. Abschlussdokument der Bischofssynode, Nr. 94) zu wichtigen Fragen des kirchlichen Lebens von überdiözesaner Bedeutung”.
Der Vatikan unter Papst Franziskus und nun unter Papst Leo XIV. forderte trotz aller Kritik am Synodalen Weg nie förmlich, den Prozess mit seinen teils radikalen Änderungsbestrebungen an der überlieferten kirchlichen Lehre zu beenden und Gremien nur so einzurichten, wie es kirchenrechtlich problemlos möglich ist und wie sie in Deutschland auf allen Ebenen existieren.
Nun besteht die Lösung der deutschen Frage entweder darin, die Satzung zu genehmigen, womit alle bisherige vatikanische Kritik als substanzlos erscheinen würde, oder die Satzung abzulehnen, wodurch der Eindruck entstünde, dass der Vatikan erst dann durchgreift, wenn es um die Macht der Bischöfe geht, nicht aber zuvor, wenn zentrale Punkte der katholischen Lehre in Frage gestellt wurden – etwa in Sachen Frauenordination, aber auch, was homosexuelle Betätigung angeht.
Wilmer hielt am Freitag fest, er sei “zuversichtlich, dass es weitergeht”, aber es brauche “etwas Geduld”. Er habe als DBK-Vorsitzender “die Anliegen aus Deutschland vorgetragen”. Diese Anliegen würden “dort, so schaut es aus, von einem Dikasterium, also von einem Bereich, zum nächsten” gehen.
Damit stellt sich Wilmer in eine Linie mit seinem Vorgänger, dem Limburger Bischof Georg Bätzing, der während seiner Amtszeit als DBK-Vorsitzender den Synodalen Weg entscheidend prägte. Zu Beginn des Jahres sagte er, man werde nicht ohne Zustimmung aus dem Vatikan mit der Synodalkonferenz loslegen, denn dies wäre eine Provokation, die zu vermeiden sei.
Eigentlich war für den 6. und 7. November bereits eine erste Sitzung der Synodalkonferenz in Stuttgart vorgesehen. Die zweite Sitzung war für den 16. und 17. April 2027 in Würzburg geplant. Mit den Äußerungen von Wilmer gerät der Terminkalender indes durcheinander.
Der emeritierte Würzburger Kirchenrechtler Heribert Hallermann hatte Anfang Februar die “Begriffsakrobatik” kritisiert, “derer sich der Synodale Weg gerne bedient”. Konkret bezog er sich auf das Wort “Monitoring”, das bei der letzten Synodalversammlung des Synodalen Wegs Ende Januar zur Sprache kam: “Es geht um Überwachung und Kontrolle der Bischöfe durch die Synodalkonferenz – ein Vorhaben, das von Rom, theologisch und rechtlich begründet, eindeutig und klar abgelehnt worden ist.”
Gegenüber der katholischen Wochenzeitung “Die Tagespost” betonte Hallermann, der in den letzten Jahren wiederholt den deutschen Synodalen Weg aus kirchenrechtlicher Sicht verurteilte, es sei abzusehen, dass es durch die Mehrheitsverhältnisse der Synodalkonferenz “in vielen Fragen zu unvereinbaren Gegensätzen kommen wird, auch wenn bestimmte Positionen im Namen einer größeren ‘Freiheit’, des ‘Fortschritts’ oder sogar der ‘Menschenwürde’ vorgetragen werden”.
Hallermann betonte mit Blick auf eine mögliche römische Genehmigung der Satzung: “Dass alle Hinweise der Kurie in den Satzungsentwurf eingearbeitet wurden”, wie dies etwa Bätzing gesagt hatte, “trifft objektiv nicht zu; so wurden beispielsweise die Bedenken, dass die Synodalkonferenz über der Bischofskonferenz stehen könnte, nicht ausgeräumt – im Gegenteil! Auch das vorgesehene gemeinsame Beraten und Entscheiden widerspricht der wiederholten Kritik aus Rom.”
“Wenn eine recognitio ad experimentum erteilt würde, müsste von römischer Seite auch bedacht werden, dass die Synodalkonferenz gemäß Art. 11 Abs. 2 des Satzungsentwurfs für sich beansprucht, die Satzung mit einer Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen ändern zu können”, warnte Hallermann. “Rom würde sich mit einem solchen Schritt auf ein absehbar unsicheres Terrain begeben.”
Wilmer zeigte sich am Freitag nicht nur zuversichtlich, dass es in Deutschland mit vatikanischer Genehmigung eine Synodalkonferenz geben wird. Er geht auch “davon aus, dass wir in der deutschen Kirche unter den Bischöfen in Zukunft zusammenstehen werden, dass wir gemeinsam Verantwortung übernehmen werden, dass wir bei aller Unterschiedlichkeit der Regionen, auch der kulturellen Gepflogenheiten, zusammenhalten und dass wir gemeinsam in Deutschland hinstehen, im Namen Gottes und gemeinsam Kirche sein wollen und sein werden.”
Drei amtierende Diözesanbischöfe – Kardinal Rainer Maria Woelki von Köln sowie die Bischöfe Stefan Oster SDB von Passau und Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg – sind bereits seit längerer Zeit aus dem Synodalen Weg ausgestiegen, nachdem die zuständigen vatikanischen Stellen mehrere deutliche Ermahnungen ausgesprochen hatten. Der damalige Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke OSB, hatte sich ebenfalls aus dem Synodalen Weg zurückgezogen. Damit war auch der Synodale Ausschuss zur Vorbereitung der Synodalkonferenz nicht von der DBK getragen, sondern von einem eigens von den 23 anderen Diözesen eingerichteten Verein.
Sollte der Vatikan der Satzung seine Zustimmung geben, ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch diese drei Diözesanbischöfe sich dem Gremium anschließen. Oster erklärte im März: “Ich habe immer gesagt, dass ich mit der Weltkirche gehen werde. Ich warte mit einiger Spannung darauf, wie Rom sich dazu verhält. Aber grundsätzlich ist meine Position: Wenn wir es im Einvernehmen mit der Weltkirche machen, dann mache ich mit.”
Der Bischof von Passau betonte, die “deutsche Seite” habe in den Gesprächen mit dem Vatikan “versucht klarzumachen, dass ‘Beschlüsse fassen’ etwas anderes sei als ‘entscheiden’. Ich bin gespannt, wie die Römer sich dazu verhalten.”
Trotzdem zeigte er sich zuversichtlich, denn “der Prozess geht jetzt schon seit über zwei Jahren. Da ist inzwischen eine Gegenseitigkeit entstanden. Da wird man das Ding nicht an die Wand fahren. Auch die Römer haben das Interesse, dass da keiner mit Gesichtsverlust rausgeht. Deswegen glaube ich, dass die Synodalkonferenz kommen wird.”
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