Krieg ist “schwerste Attacke” auf Leben und Gesundheit
Papst Leo: Krieg ist “schwerste Attacke” auf Leben und Gesundheit
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Ansprache von Papst Leo XIV. an die Teilnehmer an der Vollversammlung des Päpstliche Akademie für das Leben – Aktivitäten-Kalender | Vatican.va
Päpstliche Akademie für das Leben
Päpstliche Akademie für das Leben/Div. Beiträge
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Kriege, die zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser treffen, sind “die schwersten Attacken, die menschliche Hände gegen das Leben und die öffentliche Gesundheit richten können”. Das hat Papst Leo XIV. an diesem Montag vor den Teilnehmern einer internationalen Vatikan-Konferenz zum Thema “Gesundheitsvorsorge für alle” hervorgehoben, die von der Päpstlichen Akademie für das Leben ausgerichtet wird.
Der Papst würdigte das von der Akademie ausgewählte Thema als hochaktuell. In einer konfliktreichen Welt, die “enorme wirtschaftliche, technologische und organisatorische Ressourcen in die Herstellung von Waffen und anderen Arten von militärischer Ausrüstung steckt, war es noch nie so wichtig wie heute, Zeit, Menschen und Wissen für den Schutz von Leben und Gesundheit einzusetzen”, erklärte der Papst. Gesundheit sei “kein Konsumgut, sondern ein universelles Recht”, zitierte Leo XIV. seinen Vorgänger Franziskus.
Als zentral bezeichnete er die Verbindung zwischen individueller und globaler Gesundheit. Die Pandemie habe gezeigt, wie stark “Gegenseitigkeit und Interdependenz” das Leben prägten. Verschiedene Disziplinen müssten zusammenarbeiten; das Gesundheitswesen gleiche “einem Mosaik, dessen Erfolg sowohl von der Wahl der Steine als auch von ihrer Kombination abhängt”.
Das Konzept “One Health” nannte der Papst eine notwendige Grundlage für eine integrierte Sicht auf Gesundheit. Es betone Umwelt, Tiere und Menschen als miteinander verbunden. Menschliches Leben bleibe “unverständlich und nicht nachhaltig ohne andere Geschöpfe”, so Leo XIV. unter Verweis auf die Umwelt- und Sozialenzyklika Laudato Si’ von Franziskus. “One Health” verlange politische Entscheidungen in Bereichen wie Verkehr, Wohnen oder Bildung, weil Gesundheitsfragen jeden Lebensbereich berührten.
Ungleichheit in allem
Der Papst warnte vor strukturellen Ungleichheiten. Unterschiedliche Lebenserwartung und die Qualität der Gesundheitsversorgung hänge von Einkommen, Bildung und Wohnort ab. Zwar werde oft gesagt, dass Leben und Gesundheit für alle Menschen gleichermaßen grundlegende Werte sind, “aber diese Aussage ist heuchlerisch, wenn wir gleichzeitig die strukturellen Ursachen und politischen Maßnahmen ignorieren, die Ungleichheiten bedingen”, hob Leo hervor.
Da die Ungleichheit global betrachtet noch weitaus größer ist als innerhalb einzelner Länder, lenkte der Papst den Blick auch auf die internationale Ebene von Gerechtigkeit. Insbesondere rief er zu stärkerer internationaler Zusammenarbeit auf. Multilaterale Beziehungen müssten “die nötige Kraft wiedererlangen, um ihre Rolle der Begegnung und Vermittlung wahrzunehmen”. Ziel bleibe, Konflikte zu verhindern und das Gemeinwohl zu schützen.
In einem kurzen Passus seiner Ansprache streifte Leo auch die Skepsis gegen Medizin und Forschung, die sich seit der Coronapandemie bei einem größer werdenden Teil der Bevölkerung zeigt. Vertrauen in Medizin und Ärzte lasse sich nur durch eine Kultur der Sorge zurückgewinnen, erklärte der Papst. Notwendig sei Nähe zu verletzlichen Menschen sowie der Aufbau tragfähiger Beziehungen. Erst so entstünden nachhaltige Gesundheitssysteme, “trotz aller Fehlinformationen oder Skepsis gegenüber der Wissenschaft”.
Die Konferenz der Päpstlichen Akademie für das Leben, erstmals unter dem neuen Präsidenten Renzo Pegoraro, einem Priester und ausgebildeten Chirurgen und Bioethiker, begann an diesem Montag. Bis Mittwoch widmen sich die eingeladenen Fachleute und die Mitglieder der Akademie dem Thema “Gesundheitsversorgung für alle. Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit” (“Healthcare for All. Sustainability and Equity”).
vatican news – gs, 15. Februar 2026
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