Papst Franziskus: Jesus geht zu denen, die hoffnungslos sind
Wie bereits in den vergangenen Wochen ist auch diesen Mittwoch die Generalaudienz mit Papst Franziskus entfallen, der sich noch weiter von seiner schweren Lungenentzündung erholen muss. Der Vatikan verbreitete jedoch den Text, den das katholische Kirchenoberhaupt für die Katechese zum Evangelium (LK 19,5) vorbereitet hat. Papst Franziskus ruft darin alle auf, sich den Zöllner Zachäus, der sein Leben ändert, zum Vorbild zu nehmen
Quelle
Wortlaut: Der vorbereitete Papst-Text zur Generalaudienz – Vatican News
Stefanie Stahlhofen – Vatikanstadt
“Dieses Mal möchte ich mich auf die Figur des Zachäus konzentrieren: eine Episode, die mir besonders am Herzen liegt, weil sie einen besonderen Platz auf meinem geistlichen Weg einnimmt”, verrät Franziskus zu Beginn. Das Lukasevengelium berichtet über die Begegnung von Jesus mit dem Zöllner Zachäus, der aufgrund seines Amtes und weil er sich wohl auch auf Kosten anderer selbst bereichert hatte, nicht gern gesehen war. Es berichtet auch davon, dass Jesus – zur Verwunderung vieler – gerade bei Zachäus einkehren will. Dazu führt Franziskus in seiner Katechese aus:
“Gott kann nicht vorbeigehen, ohne nach den Verlorenen zu suchen”
“Gott kann nicht vorbeigehen, ohne nach den Verlorenen zu suchen.” Auch dass Jesus nach Jericho hinabging, deutet Franziskus ähnlich – die Stadt sei ein Abbild der Unterwelt, “wohin Jesus gehen will, um diejenigen zu suchen, die sich verloren fühlen. Und so steigt der Auferstandene auch in die heutige Unterwelt hinab: An die Orte des Krieges, zum Schmerz der Unschuldigen, in die Herzen der Mütter, die ihre Kinder sterben sehen, zum Hunger der Armen.”
“So steigt der Auferstandene auch in die heutige Unterwelt hinab: An die Orte des Krieges, zum Schmerz der Unschuldigen, in die Herzen der Mütter, die ihre Kinder sterben sehen, zum Hunger der Armen”
Als Zachäus hörte, das Jesus bei ihm vorbeikommen wollte, verspürte er den starken Wunsch, ihn zu sehen.
“Er wagt es nicht, sich eine Begegnung vorzustellen; es würde ihm genügen, ihn aus der Ferne zu betrachten. Aber auch unsere Sehnsüchte stoßen auf Hindernisse und werden nicht automatisch erfüllt: Zachäus ist klein! Das ist auch unsere Realität: Wir haben Grenzen, mit denen wir umgehen müssen. Und dann sind da noch die anderen, die uns manchmal nicht helfen: Die Menge hindert Zachäus daran, Jesus zu sehen. Vielleicht ist es auch ein bisschen ihre Rache…”, meint Franziskus. Doch Zachäus findet eine Lösung, er klettert auf einen Baum. Und dann geschieht, was wohl viele verwundert: Jesus entdeckt den Zöllner im Baum und wendet sich ihm zu, ja er sagt gar, er wolle bei ihm einkehren. Zachäus könne für viele Vorbild sein, da er eine Möglichkeit zur Umkehr gefunden hat, erläutert der Papst dazu:
“Liebe Brüder und Schwestern: Lernen wir von Zachäus, nicht die Hoffnung zu verlieren, auch wenn wir uns ausgeschlossen oder unfähig zu verändern fühlen. Nähren wir unseren Wunsch, Jesu zu begegnen”
“Er hat auf sein Leben geschaut und den Punkt gefunden, an dem er seinen Wandel beginnen kann.
Liebe Brüder und Schwestern:
Lernen wir von Zachäus, nicht die Hoffnung zu verlieren, auch wenn wir uns ausgeschlossen oder unfähig zu verändern fühlen. Nähren wir unseren Wunsch, Jesu zu begegnen, und vor allem, lassen wir uns von der Barmherzigkeit Gottes finden, der uns immer sucht, in welcher Lage auch immer wir uns verloren haben.”
vatican news – sst, 2. April 2025
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