Polnischer Caritasdirektor: Grenzschützer helfen Migranten

Die polnische Caritas arbeitet nach Angaben des Diözesandirektors in der  Erzdiözese Bialystock an der polnisch-belarussischen Grenze bei der Hilfe für die aus Belarus ins Land kommenden Flüchtlingen eng mit dem nationalen Grenzschutz zusammen

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Polnischer Caritasdirektor: Grenzschützer helfen Migranten

Die polnische Caritas arbeitet nach Angaben des Diözesandirektors in der Erzdiözese Bialystock an der polnisch-belarussischen Grenze bei der Hilfe für die aus Belarus ins Land kommenden Flüchtlingen eng mit dem nationalen Grenzschutz zusammen. “Der Grenzschutz kennt die Bedürfnisse der Migranten am besten”, erklärte Jerzy Seczek am Freitag im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Ein wichtiger Grund für die Zusammenarbeit ist demnach der von Warschau verhängte Ausnahmezustand für einen drei Kilometer breiten Streifen entlang der Grenze. Hilfsorganisationen dürften dieses Gebet nicht betreten. Grenzschutzbeamte und Soldaten seien deswegen die ersten, die im Notfall medizinische Hilfe leisteten, so Seczek. Eine weitere Schlüsselrolle bei dem Hilfsprogramm spielen laut seinen Worten die Freiwilligen der Caritas-Pfarrgruppen im Grenzgebiet.

Zelte der Hoffnung

Die Caritas leiste Hilfe für die Menschen, aber immer im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, sagte Seczek. In vielen grenznahen Pfarren habe das Hilfswerk “Zelte der Hoffnung” errichtet. Diese dienten zum einen als Lagerstätten, aus denen sich Migranten mit dem Nötigsten versorgen könnten, zum anderen auch als Treffpunkte für Freiwillige, Bewohner der Grenzgemeinden und alle, die sich um Migranten kümmerten. “Es gab so viele Spendentransporte, dass wir aufgehört haben zu zählen”, so Seczek. Er schätze, dass seit dem Sommer mehrere Tonnen von Lebensmitteln, Thermosflaschen, Kleidung, Decken und Hygieneartikel ins Grenzgebiet geschickt worden seien.

Hilfe unabhängig von der Religionszugehörigkeit

Der Priester sprach auch über die polnische Bevölkerung der Grenzregion. Diese habe zu Beginn der Krise “Angst um ihr Leben und das ihrer Familien” gehabt. “Diese Angst ist begründet. Sie sollte nicht unterschätzt werden”, betonte Seczek. Inzwischen fühlten sich die dortigen Bürger wieder sicher, weil die Armee sie beschütze.

Besonders lobte Seczek in diesem Zusammenhang die muslimischen Tataren, die bereits seit rund 500 Jahren in der Region leben, für ihre “wunderbare Haltung”. “Sie haben unsere Kultur respektiert, ohne ihre eigene aufzugeben. Sie sind Polen und haben ebenso ihr Leben für die Verteidigung unseres gemeinsamen Heimatlandes gegeben”, so der Caritasdirektor.

kna – sst, 26. November 2021

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