27. August – Hl. Monika

Die Heilige Monika bemühte sich um den Frieden in ihrer Ehe

Quelle

Zum Gedenkttag der heiligen Monika, der Mutter des heiligen Augustinus, dem „Sohn solcher Tränen“

Rom, kath.net/kathpedia, 27. August 2012

Über das Leben der heiligen Monika wissen wir nur das, was ihr grosser Sohn Augustinus in seinen „Confessiones“ von seiner Mutter berichtet hat.

In Tagaste in Numidien, dem heutigen Souk-Ahras in Algerien, geboren verlebte Monika eine glückliche Kindheit im Hause ihrer Eltern, die fromme Christen waren. Bescheidener Wohlstand des elterlichen Hauses erlaubte es dem fröhlichen jungen Mädchen ein unbeschwertes Leben zu genießen sowie ein Studium der heiligen Schrift zu führen. Jedoch waren die Eltern darum besorgt, dass es den Verzicht auf Erlaubtes schon früh lernen sollte und gaben Monika eine strenge Erzieherin zur Seite. Die strenge Selbstdisziplin fiel dem zum Übermut neigenden Mädchen nicht leicht.

Mit achtzehn Jahren wurde Monika mit einem römischen Beamten namens Patricius verheiratet, der Heide war. Patricius war viel älter als Monika und von schwierigem Charakter. Monika gelang es, seinem jähzornigen, aufbrausendem Temperament mit Klugheit zu begegnen. Ihren Bitten, doch das Christentum anzunehmen, begegnete er nur mit Hohn. Geduldig ertrug sie Demütigungen jeglicher Art und bemühte sich, den Frieden in ihrer Ehe aufrecht zu erhalten, obwohl ihr Mann sie sogar ganz offen betrog. Zu Hilfe kamen ihr nun ihre Frömmigkeit, ihr unerschütterlicher Glaube und die Erziehung ihrer Kindertage zu Opfer und Verzicht. Mit ihrer Liebenswürdigkeit gewann sie auch das Herz ihrer Schwiegermutter, die durch anfängliche Verleumdungen gegen sie eingenommen war, bald jedoch den hervorragenden Charakter ihrer Schwiegertochter schätzen lernte.

Drei Kindern schenkte Monika das Leben: Navigius, Perpetua und am 13. November 354 im Alter von 22 Jahren Augustinus- das Kind ihres Herzens, das ein „Schmerzenskind“ werden sollte. Mit ganzer Hingabe widmete sie sich nun der Erziehung ihrer Kinder, ihnen wollte sie den Weg zum Himmel öffnen. Die beiden älteren folgten dem Beispiel der Mutter auf dem Weg des Glaubens, nicht so der Jüngste.

Überragend intelligent schien er eine glänzende Laufbahn vor sich zu haben und die Mutter verfolgte seinen Erfolg mit Stolz und Sorge. Schon bald nämlich erlag Augustinus, der das Temperament seines Vaters geerbt hatte, den Versuchungen der Grossstadt Karthago und die Mutter bereute bitterlich, dass sie die Taufe des Sohnes immer wieder aufgeschoben hatte. Ungeachtet des mütterlichen Flehens entfernte er sich immer weiter vom Glauben und führte ein unsittliches Leben fern vom Christentum. Dass Augustinus sich schliesslich der Sekte der Manichäer anschloss, brach Monika fast das Herz. Bisher hatte sie nachsichtig zu allen Charakterschwächen des Sohnes geschwiegen, für alles eine Entschuldigung gewusst. Dieser Schritt aber war für sie unannehmbar. Alle Tränen und Ermahnungen waren nutzlos und so verbot sie ihrem Sohn zeitweise das Haus, betrauerte ihn als gestorben.

Als wollte Gott ihrer gequälten Seele Trost schenken, bekehrte sich fast zur selben Zeit- kurz vor seinem Tod- der Gatte Patricius zum Glauben an Christus. Den Schmerz über den verlorenen Sohn konnte die Freude über die Taufe des Gatten jedoch nicht von ihr nehmen und sie suchte Hilfe beim Bischof von Karthago. Dieser tröstete sie mit den Worten: “Ein Sohn solcher Tränen kann nicht verloren gehen“. Seinen Einfluss konnte der Hirte jedoch nicht geltend machen, um Augustinus von seinem falschen Weg abzubringen. Die Zeit war noch nicht gekommen.

Nach dem Tode ihres Gatten, setzte sich Monika über ihr selbst auferlegtes Verbot hinweg und zog zu ihrem Sohn, um ihm den Haushalt zu führen. Sie hatte es aufgegeben, ihn überzeugen zu wollen, richtete ihr Flehen aber jetzt umso inniger an Gott, ihren einzigen Trost. Noch so manchen Schmerz fügte dieser Sohn ihr zu, etwa als er sie hinterlistig täuschte und ohne sie nach Rom abreiste. Sie aber nahm diese neuerliche Demütigung hin, wollte sie doch seine Seele retten und folgte ihm nach Rom.

Beharrlich im Gebet und Vertrauen auf Gott hielt sie an Augustinus’ Seite aus, und durfte schliesslich nach dessen neunjähriger Irrfahrt seine Bekehrung und Taufe durch den heiligmässigen Bischof Ambrosius von Mailand erleben. Nun war alles Leid ihres mütterlichen Herzens ausgelöscht und sie sah ihre Aufgabe erfüllt. Noch mehr als nach der irdischen Heimat sehnte sie sich wohl nach der himmlischen.

In einem der letzten Gespräche mit Augustinus sagte sie: „Mein Sohn…mich vermag in diesem Leben nichts mehr zu locken. Was ich hier noch zu tun habe, weshalb ich noch da bin, das weiss ich nicht; schon ist all mein Hoffen für diese Welt dahin. Nur eine einzige Aufgabe war es, derentwegen ich noch etwas auf dieser Welt zu weilen verlangte, dass ich Dich als katholischen Christen sehen könnte, ehe ich hinschied. Gott hat es mir gewährt in überreicher Fülle, dass ich dich nun als seinen Knecht erblicken darf, da du auf alles irdische Glück verzichtest. Was tue ich noch hier?“

In Ostia, bei Rom, wollte sie das Schiff besteigen, das sie in ihre Heimat bringen sollte. Doch erkrankte sie an einem plötzlichen Fieber und ihren Söhnen, die beide bei ihr waren und sich Sorgen machten, dass sie fern der Heimat sterben könnte, sagte sie: „Begrabt diesen Leib, wo ihr wollt. Ihr sollt weiter keine Sorge damit haben; bloss darum will ich euch bitten, dass ihr am Altar des Herrn meiner gedenkt, wo ihr auch seid.“

Bald darauf starb Monika in Gegenwart des geliebten Sohnes, um den sie so gelitten hatte und wurde in Ostia beigesetzt. Wohl wissend was er seiner Mutter zu verdanken hatte, trauerte Augustinus herzlich um sie:„Am neunten Tage ihrer Krankheit, im sechsundfünfzigsten Jahre ihres Lebens, im dreiunddreißigsten Jahre meines Alters ward ihre gottselige und treue Seele vom Leibe erlöst. Ich drückte ihr die Augen zu, Trauer floss in meiner Brust zusammen und floss über in Tränen und meine Augen drängten die Tränen zurück in die Brust, bis sie trocken waren, und meine Seele litt Qualen bei solchem Kampf mit dem Schmerze…“so schreibt er in seinen „Bekenntnissen“.

Mit Worten der Dankbarkeit rühmt er das tugendhafte und gottesfürchtige Leben der Mutter und setzt ihr so ein bleibendes Denkmal, damit Monika ein Vorbild und eine Fürsprecherin für alle Mütter werde.

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