Deutschland

D: Kirchliche Reaktionen auf Wahlausgang

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‘Gott ist auch manchem Christen zum grossen Unbekannten geworden’
‘Merkel muss weg’– Ein Nachruf auf den politischen Katholizismus

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch sieht durch den Ausgang der Bundestagswahl auch die Kirchen herausgefordert. „Wir werden uns in die dringend notwendige Wertediskussion und Wertebegründung öffentlich einbringen, auch in unserem sozialen Engagement“, erklärte Koch am Montag. „Gerade im Erzbistum Berlin, wo wir die Erfahrung der Teilung und der Trennung schmerzlich erlebt haben“, werde sich die Kirche „einem Auseinanderfallen der Gesellschaft entschieden entgegenstellen“. Nach Einschätzung Kochs zeigt das Wahlverhalten vor allem im Osten Deutschlands „die Angst einer  zunehmenden Zahl von Menschen vor Umbrüchen“.

Die Kirchen in Thüringen haben zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit Programm und Wählern der Partei aufgerufen. Die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann nannte es am Montag „für alle Demokraten unerträglich, dass rechtsextreme und -populistische Positionen so grosse Unterstützung finden“. Sie rief dazu auf, das Gespräch mit den Menschen zu suchen, „die diese Partei aus Enttäuschung mit anderen Parteien gewählt haben“. Der Leiter des Katholischen Büros Erfurt, Winfried Weinrich, forderte „eine sachliche Auseinandersetzung, um den Protestwählern die Augen zu öffnen“. Teile des AfD-Programms seien „mit Positionen der christlichen Soziallehre unvereinbar“, so der landespolitische Vertreter der Bistümer Erfurt, Dresden-Meissen und Fulda. Zugleich sagte Weinrich, das Gespräch mit Spitzenvertretern der AfD sei schwierig.

kna 25.09.2017 sk

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