Papst: Selbstmordattentäter sind keine Märtyrer

Christliche Hoffnung als Stärke der Märtyrer stand im Zentrum der päpstlichen Generalaudienz an diesem Mittwoch auf dem Petersplatz

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Franziskus wandte sich in diesem Kontext gegen eine religiöse Glorifizierung von Selbstmordattentätern:

„Die Vorstellung, dass Selbstmordattentäter als Märtyrer bezeichnet werden können, ist anwidernd für Christen – sie sind keine Märtyrer, es gibt nichts an ihrem Ende, das sie in die Nähe eines Verhaltens der Kinder Gottes rücken könnte.“

Ausgehend von der Aussendung der Jünger durch Jesus, von der das Matthäusevangelium erzählt, ging Franziskus in seiner Katechese auf den Begriff des Martyriums ein. Mit dem Gebot der Armut und der Gewaltlosigkeit habe Jesus seinen Jüngern einen unbequemen Weg gewiesen, so der Papst:

„Ein Christ, der nicht demütig und arm ist, losgelöst von Reichtümern, von der Macht und vor allem von sich selbst, ähnelt Jesus nicht. Der Christ geht den Weg in dieser Welt zwar nur mit dem Essentiellen für seine Reise, doch mit einem Herzen voll Liebe. Die wahre Niederlage für ihn und sie ist es, der Versuchung der Rache oder Gewalt zu verfallen und auf Gewalt mit Gewalt zu antworten.“

Franziskus erinnerte daran, dass die Nachfolge Jesu bedeute, „gegen den Strom zu schwimmen“ und ein Zeichen gegen Egoismus und Ungerechtigkeit zu setzen: nicht aus einem „polemischen Geist“, sondern „aus der Treue zur Logik des Gottesreiches, die eine Logik der Hoffnung ist, und sich in einem Lebensstil zeigt, der auf Jesu Geboten gründet“, präzisierte er.

„Dieser Treue dem Stil Jesu gegenüber bis zum Tod, diesem Stil der Hoffnung, geben die ersten Christen einen wunderbaren Namen: ,Martyrium‘, was ,Zeugnis‘ bedeutet. Sie hätten das Heroismus oder Aufopferung, Selbstopfer nennen können. Stattdessen gaben sie ihm einen Namen, der nach Jüngerschaft duftet. Märtyrer leben nicht für sich, sie kämpfen nicht, um eigene Ideen zu bezeugen – sie akzeptieren, nur für ihre Treue zum Evangelium zu sterben.“

Das Martyrium sei nicht das höchste Ideal des christlichen Lebens, fügte der Papst hier an – dieses sei hingegen die Barmherzigkeit, die Liebe zu Gott und dem Nächsten. Die Stärke der Märtyrer gründe in der Hoffnung und Gewissheit, „dass sie nichts und niemand von der Liebe Gottes scheiden kann“, unterstrich der Papst: „Schenke uns Gott immer die Kraft, seine Zeugen zu sein. Mögen wir die christliche Hoffnung vor allem im versteckten Martyrium leben, unsere täglichen Pflichten gut und mit Liebe zu verrichten.“

rv 28.06.2017 pr

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