Benedikt XVI. würdigt Barmherzigkeitstheologie von Franziskus
Erstmals äussert sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. öffentlich über seinen Nachfolger Franziskus
Erstmals äussert sich der emeritierte Papst Benedikt XVI. öffentlich über seinen Nachfolger Franziskus: Er lobte ihn insbesondere für seine Auslegung der Göttlichen Barmherzigkeit während seines bisherigen Pontifikates. Wie es für den aus Bayern stammenden grossen Theologen typisch ist, geschieht dies in einem Buch, und zwar in dem nun in Italien erschienenen Werk „Durch den Glauben“ (Per mezzo della fede) des italienischen Jesuiten Daniele Libanori. Nach seinem Amtsverzicht im Februar 2013 hatte Benedikt XVI. weitgehend auf öffentliche Auftritte und Stellungnahmen verzichtet.
Barmherzigkeit im Mittelpunkt
In dem Buch würdigt Benedikt XVI. Papst Franziskus‘ Haltung in Bezug auf die Barmherzigkeit. Indem Franziskus diese in den Mittelpunkt seines Pontifikats stelle, bestätige er dieses zentrale Anliegen der Kirche, so der emeritierte Papst. Wörtlich schreibt er: „Seine pastorale Praxis kommt gerade darin zum Ausdruck, dass er stets von der Barmherzigkeit Gottes spricht.“
Benedikt XVI. zu Luther und Reformation
Das neue Buch enthält Beiträge eines theologischen Kolloquiums von Oktober 2015 zu Fragen der Rechtfertigungslehre in der Verkündigung der Kirche. Bei dieser Konferenz hatte der langjährige – und auch jetzige – Sekretär von Benedikt XVI., der deutsche Erzbischof Georg Gänswein, ein Interview von Benedikt XVI. mit einem nicht genannten Fragesteller verlesen. Darin geht der emeritierte Papst auch auf die von Luther und der Reformation gestellte Frage nach der Rechtfertigung ein. Heute spüre der Mensch nicht mehr die Notwendigkeit, dem Zorn Gottes über die eigenen Sünden zu entgehen, vielmehr spüre er die „Notwendigkeit von Gnade und Vergebung“, so Benedikt XVI.: „Für mich ist es ein Zeichen der Zeit, dass die Idee der Barmherzigkeit Gottes immer zentraler und dominierender wird.“ Die Menschen wüssten immer mehr, wie sehr sie die Barmherzigkeit Gottes bräuchten, gerade in der technisierten Welt, in der Gefühle nicht mehr zählten.
Ausdrücklich verweist Benedikt XVI. dabei auf die von Johannes Paul II. heiliggesprochene polnische Mystikerin Faustina Kowalska (1905-38), die die Sehnsucht des Menschen nach der Güte Gottes betonte. In deren Visionen äussere sich das Sehnen der Menschen von heute. Und auf dieser Linie befinde sich auch Papst Franziskus mit seinem Einsatz für Barmherzigkeit, so Benedikt XVI.
kap 16.03.2016 mg
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