Jerzy Popieluszko (1947-1984) Priester, Märtyrer, Seliger

Heiligsprechungsprozess ab dem 20. September 2014

Seliger Jerzy PopieluszkoGewalt ist ein Zeichen von Schwäche

Rom, 18. September 2014, zenit.org, Britta Dörre

Am 20. September 2014 wird in Paris der Heiligsprechungsprozess des seligen Jerzy Popiełuszko beginnen.

Der Prozess wird in Paris stattfinden, weil sich in Créteil in der Nähe von Paris 2012 ein Wunder ereignete, das dem Seligen zugeschrieben wird. Wie die polnische Journalistin Milena Kindziuk in ihrem Artikel in dem Wochenmagazin “Niedziela” (Der Sonntag) darlegt, wurde der 56-jährige François von Leukämie geheilt. Der bereits im Endstadium der Krankheit befindliche Patient konnte durch die Anrufung des seligen Jerzy Popieluszko am 14. September 2012, dem Geburtstag des Seligen, geheilt werden.

Die Ehefrau des Todkranken hatte zuvor bereits mit den Vorbereitungen für die Beerdigung begonnen. Heute gilt François als vollständig geheilt, wie es auch in den Akten zur Heiligsprechung heisst.

Jerzy Popieluszko wurde am 14. September 1947 in Okopy im Osten Polens geboren. Er stammte aus einer einfachen Bauernfamilie. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie empfing er am 28. Mai 1972 in Warschau die Priesterweihe. Er war in der Kinder- und Jugendarbeit und später in der Seelsorge tätig. Außerdem war er in der polnischen Arbeiterbewegung aktiv, die er mit seinen Messen unterstützte. Als Kaplan war er ein Anhänger der Gewerkschaft Solidarność. Um den Arbeitern eine bessere Ausbildung und bei der Durchsetzung ihrer Forderungen gute Verhandlungsmöglichkeiten zu garantieren, ließ er sie in verschiedenen Fächern unterrichten und ausbilden.

In seinen Predigten richtete sich Popieluszko offen gegen die kommunistische Regierung und das am 13. Dezember 1981 über Polen verhängte Kriegsrecht. Ab dem 18. Februar 1982 feierte er regelmäßig Messen für das Vaterland, in denen er sich kritisch gegenüber der Politik der polnischen Regierung äußerte. Deshalb wurde er 1983 zum ersten Mal verhaftet, 1984 vielfach zum Verhör vorgeladen, bis er am 19. Oktober 1984 schließlich von Agenten des polnischen Geheimdienstes „Służba Bezpieczeństwa“ während einer Autofahrt aus seinem Wagen verschleppt wurde. Er wurde von den Agenten gefoltert und nach mehreren verzweifelten Fluchtversuchen in einem mit Steinen beschwerten Sack im Weichsel-Stausee bei Włocławek versenkt, ohne dass die Agenten vorher überprüft hatten, ob Jerzy Popieluszko zu diesem Zeitpunkt noch lebte.

Jerzy Popiełuszko wurde am 3. November 1984 bestattet. An der Beerdigung nahmen 600.000 Menschen teil. Sein Grab besuchte der heilige Johannes Paul II. am 14. Juni 1987 während seines Besuchs in Polen. Der Seligsprechungsprozess wurde am 8. Februar 1998 eingeleitet. Jerzy Popiełuszko wurde am 6. Juni 2010 seliggesprochen.

Ab dem 20. September 2014 läuft der Heiligsprechungsprozess.

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