Benedikt XVI.: Jesus von Nazareth – der Prolog

Abschluss und Anfang einer Trilogie

Benedikt XVI.: Jesus von Nazareth – der Prolog. Abschluss und Anfang einer Trilogie. Glauben heisst, sich der Grösse des Herrn zu unterwerfen und langsam in sie hineinzuwachsen. Von Armin Schwibach

Rom, kath.net/as, 20. November 2012

Am heutigen Dienstag wurde im Vatikan der letzte (oder erste) Band der Trilogie Benedikts XVI. über Jesus von Nazareth vorgestellt. Dabei handelt es sich um den “Prolog” zum grössten und zugleich demütigen Ereignis, das die Menschheitsgeschichte umstürzen sollte: der Papst setzt sich in seinem kleinen Buch mit den Kindheitsgeschichten auseinander. Wie Benedikt XVI. in seinem Vorwort erklärt, handelt es sich nicht um einen dritten Band, sondern um eine Art “kleine Eingangshalle” zu den beiden vorangegangenen Bänden über Gestalt und Botschaft Jesu von Nazareth. Im Dialog mit Exegeten der Vergangenheit und der Gegenwart habe er versucht, “das zu interpretieren, was Matthäus und Lukas am Beginn ihrer Evangelien von Jesu Kindheit berichten”.

Das rund 140 Seiten umfassende Buch setzt sich aus vier Kapiteln zusammen. Diese streben auf einen Epilog hin, der die Krönung des Werkes darstellt: die Krönung der Geschichte des endgültigen Einbrechens Gottes in die Welt und in den Kosmos. Das Buch erscheint gleichzeitig in neun Sprachen (Deutsch, Italienisch, Brasilianisch, Kroatisch, Französisch, Englisch, Polnisch, Portugiesisch und Spanisch) und in 50 Ländern. Die Erstauflage überschreitet 1.000.000 Bände weltweit. In den kommenden Monaten wird das Buch für die Veröffentlichung in 72 Ländern in weitere 20 Sprachen übersetzt werden.

Das erste Kapitel hebt an mit der Frage nach Jesu Herkunft als Frage nach Sein und Sendung (“Woher bist du?” [Joh 19,9]). Das zweite Kapitel beschäftigt sich unter dem Titel “Die Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers und der Geburt Jesu” mit der literarischen Eigenart der Texte, mit der Ankündigung der Geburt des Johannes, mit der Verkündigung an Maria, mit der Empfängnis und Geburt Jesu nach Matthäus. Es schliesst mit einer Überlegung zur Jungfrauengeburt und klärt die Frage: “Mythos oder geschichtliche Wahrheit?”

Die Jungfrauengeburt und die wirkliche Auferstehung aus dem Grab sind “Prüfsteine des Glaubens”: “Wenn Gott nicht auch Macht über die Materie hat, dann ist er eben nicht Gott. Aber er hat diese Macht, und er hat mit Empfängnis und Auferstehung Jesu Christi eine neue Schöpfung eröffnet. So ist er als Schöpfer auch unser Erlöser. Deswegen ist die Empfängnis und Geburt Jesu aus der Jungfrau Maria ein grundlegendes Element unseres Glaubens und ein Leuchtzeichen der Hoffnung”.

Das dritte Kapitel “Die Geburt Jesu in Bethlehem” erklärt zunächst den historischen und theologischen Rahmen der Geburtserzählung des Lukas-Evangeliums, um dann die Geburt Jesu und die Darstellung des Herrn im Tempel zu erzählen. Im vierten Kapitel erläutert Benedikt XVI. den historischen und geographischen Rahmen der Erzählung von den Weisen aus dem Morgenland und stellt sich die Frage: “Wer waren die ‚Sterndeuter’?”, um sich dann mit der Wirklichkeit des “Sterns” sowie der Zwischenstation der drei Weisen in Jerusalem und deren Huldigung vor Jesus zu beschäftigen. Das Kapitel schliesst mit der “Flucht nach Ägypten und Heimkehr ins Land Israel”.

Der Epilog präsentiert den zwölfjährigen Jesus im Tempel. Nach einer aufmerksamen Analyse der einzelnen Angaben des Evangelisten Lukas tritt Benedikt XVI. in die Tiefen des Geheimnisses Jesu ein: seine Sohnschaft, sein “beim Vater sein Müssen”. Angesichts dieses Geheimnisses ist für den Papst auch der Glaube Mariens ein Glaube “unterwegs”, “ein Glaube, der immer wieder im Dunkel steht und im Durchschreiten des Dunkels reifen muss”.

Auch Maria habe das Wort des Sohnes nicht verstanden. Die Worte Jesu “sind immer wieder grösser als unser Verstand. Immer wieder übersteigen sie unsere Einsicht. Die Versuchung, sie zu verkleinern, sie auf unsere Masse zurechtzubiegen, ist begreiflich”. Daher bedarf es für Benedikt XVI. zur rechten Auslegung gerade der Demut, um die oft überfordernde Grösse stehen zu lassen, “nicht Jesu Worte zu verkleinern mit der Frage, was wir ihm ‚zutrauen’ dürfen”: “Glauben heisst, sich dieser Grösse zu unterwerfen und langsam in sie hineinzuwachsen.”

Dies ist für den Papst die rechte Haltung, um zu einer persönlichen Begegnung mit Jesus Christus zu gelangen: mit dem wahren Menschen und dem wahren Gott.

Quelle: Bestellung
KathTube: englischsprachiger Trailer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Die drei Säulen der röm. kath. Kirche

monstranz maria papst-franziskus

Archiv

Empfehlung

Ausgewählte Artikel