Polens Bischöfe beklagen ‘katastrophale’ Geburtenrate

Hirtenbrief der polnischen Bischöfe:

“Polen wird vor unseren Augen immer älter, und junge Familien bekommen oft nur ein Kind oder verzichten ganz auf Nachwuchs”

Warschau, kath.net/KNA, 8. Oktober 2012

Die katholischen Bischöfe in Polen sind besorgt über die niedrige Geburtenzahl im Land. In einem am Sonntag in allen Gottesdiensten verlesenen Hirtenbrief nennen sie es eine “wahre Katastrophe”, dass Polen bei der Geburtenrate im Vergleich mit 221 Ländern nur Platz 209 belege. “Polen wird vor unseren Augen immer älter, und junge Familien bekommen oft nur ein Kind oder verzichten ganz auf Nachwuchs.”

Verantwortlich für diese Entwicklung machen die Bischöfe “Angriffe” auf das traditionelle Familienbild. Dabei verweisen sie auf eine Gesetzesinitiative der rechtsliberalen Regierungspartei “Bürgerplattform”, die eingetragene Lebenspartnerschaften sowohl von hetero- als auch von homosexuellen Partnern zulassen will. Zugleich zeigen sich die Bischöfe besorgt darüber, dass Ehescheidungen und lose Beziehungen in der Gesellschaft zunehmend akzeptiert würden. Sie rufen vor allem den Gesetzgeber und lokale Regierungen zu mehr Respekt und Unterstützung für Familien auf.

Eine Folge der demografischen Krise, so die Bischöfe, sei die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre. Dadurch würden jedoch nur deren Auswirkungen und nicht die Ursache, die niedrige Geburtenrate, bekämpft. In Polen gab es 2011 laut Statistikbehörde 10,2 Geburten je 1.000 Einwohner. Das waren 0,5 Punkte weniger als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Zahl 2011 bei 8,1.

Anlass für den Hirtenbrief ist der jährliche “Papsttag”, den Polens katholische Kirche seit 2001 zu Ehren von Johannes Paul II. (1978-2005) feiert. Er wird am nächsten Sonntag begangen. Im Mittelpunkt steht die Rolle der Familie.

Stiftung Papst Johannes Paul II.

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