“Internationaler Tag gegen Einsatz von Kindersoldaten”

“Aus Patronen werden Kreuze!”

Rom, 14. Februar 2011, zenit.org

Der “Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten”, der weltweit am vergangenen Samstag begangen wurde, erinnert an das Schicksal von Kindern, die zum Kampfeinsatz in Kriegen und bewaffneten Konflikten gezwungen werden.  

Ob im Kongo, im Tschad, in Uganda, in Burma, in Kolumbien: Weltweit müssen in mehr als 40 Ländern 250.000 Kinder und Jugendliche in den Kriegen der Erwachsenen die Köpfe hinhalten. Kinder sind keine Soldaten. Trotzdem werden sie mit vorgehaltener Waffe zwangsrekrutiert, aus ihren Gemeinschaften gerissen, zum Töten gedrillt und zu unvorstellbaren Grausamkeiten gezwungen. Die verschleppten Kinder werden als Soldaten und Sexsklavinnen missbraucht und durch Drogen und Alkohol gefügig gemacht. Die seelischen Leiden dieser Kinder lassen sich kaum erahnen. 

Als George Togba gemeinsam mit seinem Schwager George Kollie in Liberia anfing, im Krieg abgeschossene Patronenhülsen vom Boden aufzusammeln, sie aufzubiegen und Kreuze zu schneiden, war es eine persönliche Traumabewältigung und ein öffentliches Bekenntnis zugleich.

Der ehemalige Bürgerkriegsrebell, der seine Familienangehörigen in einem Massaker verlor, hatte ein für alle Mal genug vom Morden. “Am unteren Ende des Kreuzes”, sagt Togba, “ist die Patronenhülse noch als Zeichen der Zerstörung zu erkennen. Darüber ist das Zeichen des Lebens und der Rettung sichtbar.”

Die katholische Kirche setzt sich weltweit aktiv gegen die Rekrutierung von Kindern als Soldaten ein. Ziel ist vor allem die Entwaffnung der Kinder, die Entlassung aus dem Militärdienst sowie die Reintegration, die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Als Beispiel kann Uganda genannt werden: Die katholische Kirche war im Land, bevor es zum Konflikt kam. Während des Terrors durch die Rebellenarmee blieb sie im Krisengebiet und tat, was sie tun konnte.  

Der Erzbischof von Gulu, John Baptist Odama, verhandelte mit Regierungsarmee und Rebellen über ein Friedensabkommen, denn nur die katholische Kirche wurde von beiden Seiten als Vermittlerin akzeptiert. Und jetzt, in Zeiten eines gefährdeten Friedens, ist sie immer noch da, hilft ehemaligen Kindersoldaten und baut mit an der Zukunft des Landes.

Die Päpstlichen Missionswerke laden zur Mithilfe im Einsatz gegen diese besonders schwerwiegende Form des Kindesmissbrauchs ein und bieten als Zeichen der Hoffnung diese, jetzt von ehemaligen Kindersoldaten aus Patronenhülsen gefertigte Kreuze an: Das so genannte Patronen-Kreuz.  

Monsignore Dr. Leo-M. Maasburg, Nationaldirektor von Missio Österreich: “Dieses dramatische Symbol für Leben, Tod und Hoffnung erzählt die Geschichte eines der unmenschlichsten Dramen unserer Epoche, Kinder als Soldaten zu missbrauchen. Gleichzeitig trägt das Patronen-Kreuz die Hoffnung der Auferstehung in sich. Die ehemaligen Kindersoldaten sehnen sich nach der Heilung ihrer seelischen Wunden. Hier kommt die Kraft des Glaubens in besonderer Weise zum Tragen. Der Reinerlös der Patronen-Kreuze, die gegen eine Mindestspende von 2,50 Euro erhältlich sind, kommt Kindersoldatenprojekten zugute. Missio unterstützt seit Jahren zahlreiche Projekte, in denen ehemaligen Kindersoldaten eine neue Zukunft geschenkt wird.

Missio: Päpstliches Missionswerk

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