Rund 500 Menschen beten nach Angriff gegen Marienstatue auf Korsika

Rund 500 Menschen sind am Donnerstag dem Aufruf von Pfarrer Thibault Lambert zu einem Gebet in der korsischen Stadt Porto-Vecchio gefolgt, nachdem eine Marienstatue beschädigt worden war


Quelle
Don Thibault, le nouveau prêtre de Porto-Vecchio

Von Alexander Folz

Redaktion – Montag, 5. Oktober 2026

Rund 500 Menschen sind am Donnerstag dem Aufruf von Pfarrer Thibault Lambert zu einem Gebet in der korsischen Stadt Porto-Vecchio gefolgt, nachdem eine Marienstatue beschädigt worden war. Das berichtete der französische Radiosender ICI RCFM. Zwei mutmaßliche Täter, die sich bei der Tat selbst gefilmt hatten, wurden am Vormittag festgenommen.

„Auf die Wut, die heute Morgen mein Herz erfüllte, und auf die Traurigkeit ist Freude gefolgt“, sagte Lambert laut ICI RCFM. „Keine überschwängliche Freude, sondern eine Freude, gemischt mit Stolz, all diese Einwohner von Porto-Vecchio vereint zu sehen, um ihre Verbundenheit mit der Jungfrau Maria, der Kirche und unserem Erbe zu zeigen.“

Die Statue stand unter dem steinernen Bogen eines Kreisverkehrs am südlichen Ortsausgang. Am Donnerstagmorgen lag sie vom Sockel gelöst am Boden. Die Pfarrei, der die Figur gehört, und die Stadt erstatteten Anzeige.

„Das ist empörend, denn man rührt an das Heiligste, was es gibt“, hatte Lambert laut ICI RCFM schon am Morgen erklärt. Die Katechetin Marie-Claude bedauerte nach der Morgenmesse vor allem jene, die die Statue beschädigt hätten, „denn sie wissen nicht, was sie tun“.

Am frühen Nachmittag versammelten sich nach einem Aufruf in sozialen Netzwerken mehr als hundert Menschen vor der Gendarmerie. „Persönlich bin ich als Korse schockiert“, sagte ein Teilnehmer namens Jean-André. „Man hat mich mit Respekt vor der Jungfrau und Respekt vor Christus erzogen.“ 

Für 17:30 Uhr rief die Pfarrei zu einem Gebet am Kreisverkehr auf. Zu den Teilnehmern gehörten laut ICI RCFM Politiker, Familien, viele junge Menschen und sogar Feuerwehrleute in Uniform. „Wir mussten hingehen, um unseren Unmut zu zeigen, und vor allem den Respekt“, meinte die Rentnerin Frédérique.

Die katholische Kirche auf Korsika erklärte am Donnerstag in einer Mitteilung ihre Unterstützung für die Pfarrgemeinde. „Wir beten für die Bekehrung derer, die das Bild Mariens beschädigt haben“, hieß es darin. „Und wir ermutigen die gesamte Gemeinschaft, durch das Rosenkranzgebet einen Weg der Gelassenheit und des Friedens wiederzufinden, an diesem ersten Tag des Rosenkranzmonats.“

Der Bürgermeister, Jean-Christophe Angelini, schrieb auf Facebook über die Statue, wie France 3 berichtete: „Dieses Symbol, mit dem die Einwohner von Porto-Vecchio zutiefst verbunden sind, wurde letzte Nacht von einem oder mehreren Unverantwortlichen vandalisiert und zerstört. Im Namen der Stadt sowie in meinem persönlichen Namen verurteile ich diese unsägliche Tat mit Nachdruck.

„Die zerstörte Statue wird so schnell wie möglich ersetzt, gemäß unseren Traditionen, den Wünschen der Einwohner von Porto-Vecchio und unserem politischen Willen“, präzisierte der Bürgermeister laut France 3.

Die Staatsanwaltschaft Ajaccio schilderte am Freitag laut Alta Frequenza die Festnahme: „Zwei Männer im Alter von 21 und 24 Jahren, […], wurden gegen 10 Uhr festgenommen, wobei die Verbreitung von Videos in den sozialen Netzwerken ihre Beteiligung belegte. Die Auswertung der Videos ermöglichte es insbesondere festzustellen, dass einer von ihnen, an der Statue hängend, eine sexuelle Handlung nachahmte und dabei Äußerungen mit sexueller und sexistischer Konnotation machte. Sein Komplize filmte die Szene.“

Der Prozess ist für den 16. November angesetzt. Als Auflage dürfen sie nicht auf Korsika erscheinen und müssen die Insel sofort verlassen.

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