Nuntius in Paris zur Frankreichreise: Alles bereit für Papst Leo
Papst Leo XIV. startet diesen Freitag (25. September) in Paris seine Apostolische Reise, die ihn bis zum 28.9. auch nach Lourdes und Metz führen wird. Der Nuntius in Frankreich, Erzbischof Celestino Migliore, geht im Interview mit uns genauer auf einige einzelnen Etappen ein, auf viele Erwachsenentaufen in Frankreich und berichtet von der Vorfreude auf den Besuch des katholischen Kirchenoberhaupts

Quelle
Jean-Charles Putzolu und Stefanie Stahlhofen – Vatikanstadt
Wenige Tage vor dem Papstbesuch herrscht Vorfreude, sowohl bei den Bischöfen, Priestern, Ordensmännern und Ordensfrauen, die diesen Empfang seit Monaten vorbereiten, als auch bei den 17.000 Freiwilligen, die sich gemeldet haben, um den reibungslosen Ablauf des Besuchs zu gewährleisten, berichtet uns der Apostolische Nuntius in Frankreich, Erzbischof Celestino Migliore:
„Es ist ein Gefühl großer Vorfreude, freudiger Erwartung. Man spürt, dass in ganz Frankreich eine große Begeisterung herrscht, und zwar nicht nur unter den Katholiken. Man erwartet vor allem eine Botschaft der Hoffnung inmitten der Schwierigkeiten, mit denen die französische Gesellschaft heute konfrontiert ist. Man wartet gespannt auf die Bestätigung des Glaubens und des Engagements der Kirche durch den Papst, zum Wohle der Gesellschaft.“
„Man spürt, dass in ganz Frankreich eine große Begeisterung herrscht, und zwar nicht nur unter den Katholiken. Man erwartet vor allem eine Botschaft der Hoffnung inmitten der Schwierigkeiten, mit denen die französische Gesellschaft heute konfrontiert ist“
Zahlreiche Gelegenheiten, um für Frieden zu werben
Der Nuntius in Frankreich sieht beim Besuch von Leo XIV. im Land viele Gelegenheiten für das katholische Kirchenoberhaupt, für Frieden zu werben. Etwa am Freitag bei der Visite des Papstes bei der Kultur- und Bildungsorganisation der Vereinten Nationen, der UNESCO in Paris.
„Die UNESCO befasst sich hauptsächlich mit Fragen im Zusammenhang mit Bildung, Wissenschaft und Kultur, die eng mit der anthropologischen Sichtweise verbunden sind. Die Kirche betrachtet eine gerechte Anthropologie als Priorität bei der Reflexion und Entscheidungsfindung in allen Bereichen des menschlichen Lebens. Und: Bildung und Kultur sind die Grundlage eines unbewaffneten und entwaffnenden Friedens.“
„Dieser Besuch bietet dem Heiligen Vater also eine besondere Gelegenheit, eine Botschaft des Friedens und des sozialen Zusammenhalts in Europa zu verkünden. Ein Europa, das heute etwas zögerlich in diesem Punkt scheint“
Für einen solchen Frieden hatte Papst Leo XIV. gleich zu Beginn seines Pontifikats am 8. Mai 2025 geworben und diese Formulierung auch später immer wieder aufgegriffen. Der Besuch des Papstes am letzten Reisetag, in Metz am Montag, 28.9.2026, hingegen hat laut Erzbischof Celestino Migliore eindeutig den Fokus auf Europa:
„Metz ist die Stadt des Staatsmannes, Robert Schuman, einer der wichtigsten Wegbereiter der Versöhnung und des Friedens in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Besuch bietet dem Heiligen Vater also eine besondere Gelegenheit, eine Botschaft des Friedens und des sozialen Zusammenhalts in Europa zu verkünden. Ein Europa, das heute etwas zögerlich in diesem Punkt scheint.“
Frankreich: Viele Katechumenen und Neugetaufte
Am Samstag in Paris steht unterdessen auch eine Begegnung des Papstes mit Katechumenen und Neugetauften (Neophyten) auf dem Programm. Seit Frühjahr 2021 gibt es in Frankreich trotz des seit Jahrzehnten anhaltenden Rückgangs der Kindertaufen einen Anstieg der Taufanfragen junger Erwachsener. Das stieß auf Interesse im Vatikan und beim Papst:
„Die jüngste Zunahme der Taufen von Erwachsenen und Jugendlichen hat beim Heiligen Vater großes Interesse, Bewunderung und Ermutigung hervorgerufen. Schon während des Heiligen Jahrs der Jugend im vergangenen Jahr wollten Dikasterien des Heiligen Stuhls die jungen Franzosen treffen – insbesondere die Katechumenen und Neophyten –, um aus erster Hand zu erfahren, wie in ihnen der Wunsch gereift war, die Gestalt Jesu zu entdecken, und wie sie im Geiste des Evangeliums voranschreiten wollten.“
Am Sonntag reist Papst Leo XIV. nach Lourdes. Dort haben sich rund 150.000 Gläubige für die Papstvisite angemeldet, damit ist die maximale Kapazität des Wallfahrtsortes erreicht. In Lourdes war vor Leo als letzter Papst übrigens Benedikt XIV. im Jahr 2008.
vatican news – sst, 22. September 2026
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