Papst Leo XIV. würdigt Einsatz der Vatikan-Gendarmerie
Papst Leo XIV. hat am Samstagabend bei einer Messe mit der vatikanischen Gendarmerie, die neben der Schweizergarde für die Sicherheit im Vatikan zuständig ist, allen für den treuen Dienst gedankt und betont, dass „Autorität im Lichte des Evangeliums vor allem in der Fähigkeit zum Ausdruck kommt, zu behüten, zuzuhören und zu begleiten – ausgewogen, standhaft, respektvoll“

Stefanie Stahlhofen – Vatikanstadt
Nachdem 15 Rekruten ihren Eid abgelegt hatten, wurde am Samstagabend bei der Lourdes-Grotte in den vatikanischen Gärten die Messe mit dem Papst gefeiert. Dienen, bewahren und schützen – diese drei Verben verkörpern den Geist des Engagements der Vatikanischen Gendarmerie. Auch zuhören und begleiten seien wichtig, betonte der Papst in seiner Predigt. Leo XIV. verglich die Gendarmen mit den „Arbeitern“ im Weinberg des Herrn. Ihnen seien Orte, Zugänge, Gebäude, vor allem aber Menschen anvertraut: „Es ist schön zu sehen, wie ihr den anderen nicht als ein Problem betrachtet, das es zu lösen gilt“, so das katholische Kirchenoberhaupt. Dem Heiligen Erzengel Michael, dem Schutzpatron der Vatikanischen Gendarmerie, vertraute der Papst das gesamte Personal an. Er dankte auch allen Angehörigen: „Den Eltern, Ehefrauen, Kindern und Verlobten sage ich: Danke! Ihr kennt die Opfer, die Abwesenheiten, die Dienstzeiten, die Sorgen und auch die Last eines Dienstes, der nicht immer sichtbar ist.“
Zuverlässig, diskret und loyal
Allen, die schon lange im Vatikan dienen und den 15 neuen Gendarmen gab Leo XIV. mit: „Vergesst niemals, wem und wofür ihr euch entschieden habt zu dienen. Seid vertrauenswürdige, diskrete und loyale Menschen. Lasst euch in eurem Dienst von Jesus inspirieren. Euer schönster Ausweis sei ein Herz, das zu bewahren versteht.“ Die Vatikan-Gendarmerie übernimmt Polizei-Dienste und ist für die Aufrechterhaltung der Ordnung im Vatikanstaat zuständig. Auch der Schutz des Papstes gehört zu ihren Aufgaben.
„Euer schönstes Abzeichen sei ein Herz, das zu bewahren versteht“
Der Papst führte aus, die Gendarmen sollten ihre Verantwortung mit Demut und Hingabe wahrnehmen und mit Diskretion und Pflichtbewusstsein ausüben. Es brauche dazu „Herz und Verstand, die zum Guten erzogen sind“. In seiner Predigt betont er erneut das Wort „bewahren“: „Wer andere bewahrt, muss zuerst in sich selbst die Wahrheit, die Gerechtigkeit, die Güte und den Respekt bewahren. Andere zu bewahren erfordert ein Herz, das vom Herrn bewahrt wird.“
„Andere zu bewahren erfordert ein Herz, das vom Herrn bewahrt wird“
in Gott Kraft, Wachsamkeit, Autorität und Mut finden
Der Papst lud seine Schutztruppe ein, stets auf Gott zu blicken und ihm den Alltag und ihren Dienst anzuvertrauen. Das sei auch die Grundlage des Dienstes selbst: „In Gott jenen Frieden wiederzufinden, der es euch ermöglicht, mit Klarheit und einem ruhigen Herzen zu handeln.“ Im Mittelpunkt des Lebens und des Dienstes müsse Jesus Christus stehen: „Noch bevor ihr Polizisten seid, seid ihr Menschen, die berufen sind, ihm zu folgen. Von ihm lernen wir die Kraft, die sich in Sanftmut verwandeln kann, die Wachsamkeit, die aus Vertrauen entsteht, die Autorität, die mit Demut einhergeht, und den Mut, mit barmherzigem Herzen einzugreifen“, erklärte Leo XIV.
„Noch bevor ihr Polizisten seid, seid ihr Menschen, die berufen sind, ihm zu folgen“
Es gelte, nicht nur über andere zu wachen, sondern auch über sich selbst, damit die Herzen nicht verhärteten, sondern stets fügsam gegenüber Gott und aufmerksam gegenüber anderen blieben. „Wer sich um andere kümmert, muss zuerst in sich selbst die Wahrheit, die Gerechtigkeit, die Güte und den Respekt bewahren. Sich um andere zu kümmern, erfordert ein Herz, das vom Herrn bewahrt wird“, so der Papst. Es gelte zudem, „das Gewissen zu bewahren, damit es euch weiterhin aufrichtig leitet; die Brüderlichkeit untereinander zu bewahren, damit sich jeder angenommen, unterstützt und niemals allein fühlen kann.“
vatican news, 4. Oktober 2026
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