Mexiko: Jubeljahr von Guadalupe startet mit Friedensappell
In der Guadalupe-Basilika in Mexiko-Stadt wird an diesem Montag ein von Papst Leo XIV. gewährtes „Heiliges Jahr“ eröffnet
Guadalupe
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Kardinal Carlos Aguiar Retes wird um 12 Uhr Ortszeit einen Festgottesdienst zelebrieren und dabei die „Heilige Pforte“ in der meistbesuchten Kirche Lateinamerikas eröffnen. Das bis 12. Oktober 2027 dauernde „Guadalupe-Jubeljahr“ erinnert an den 50. Jahrestag der Weihe der heutigen neuen Basilika und der Übertragung des Guadalupe-Gnadenbildes am 12. Oktober 1976. Zugleich jährt sich die päpstliche Krönung des Marienbildnisses zum 131. Mal.
Das Jubiläum soll nicht nur der Erneuerung des Glaubens dienen, sondern die Gläubigen auch zu Barmherzigkeit, Versöhnung und gesellschaftlichem Engagement ermutigen. Die Verehrung der „Morenita“, wie die Marienfigur liebevoll genannt wird, müsse sich im Umgang mit anderen Menschen zeigen und die Würde jedes Einzelnen anerkennen, betont das Kirchenportal „Desde la Fe“. In einem von Gewalt, Unsicherheit, Ungleichheit und Misstrauen geprägten Land könne die Basilika ein Ort der Begegnung und des Friedens sein. Das Jubiläum biete Gelegenheit, den Glauben zu erneuern und sich für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen.
Den Glauben erneuern und sich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen
Auch der emeritierte Erzbischof von Mexiko-Stadt, Kardinal Norberto Rivera Carrera, stellte bereits am Sonntag die Hoffnung auf Gottes Heil der gesellschaftlichen Krise gegenüber. „Inmitten der Kultur des Todes, der Straflosigkeit und der Unsicherheit, die wir erleben, tröstet uns Gott, erleuchtet uns und erhellt unsere Zukunft“, sagte Rivera Carrera. Menschliche Versprechen auf eine bessere Zukunft blieben häufig leere Worte, wenn ihnen konkrete Grundlagen fehlten. Die Verheißungen Gottes dagegen gründeten auf Ereignissen, die bereits geschehen seien und bis heute wirkten, insbesondere auf der Erlösung durch Jesus Christus und dem Guadalupe-Ereignis. Die Marienverehrung sei für viele Mexikaner ein Zeichen der Hoffnung und ein Anlass, Dank zu sagen oder die Fürsprache Marias zu erbitten.
Für Montag standen in der Basilika außer der sogenannten „Rosenmesse“ mit der Öffnung der Pforte auch die Präsentation eines Gedenkvideos zur Weihe und zur Übertragung des Gnadenbildes auf dem Programm, weiters ein Treffen von Priestern, Rosenkranzgebete und ein Jubiläumskonzert.
„Solange es Ungerechtigkeit gibt, ist der Tempel nicht vollendet“
Auf dem Kirchenportal „Desde la Fe“ wird auch an die Botschaft von Papst Paul VI. (1963-1978) zur Weihe der Basilika vor 50 Jahren erinnert. Der neue Tempel müsse Ausgangspunkt für dauerhafte Bemühungen um soziale Gerechtigkeit, Bildung, den Kampf gegen Korruption und konkrete Hilfe für Bedürftige sein. „Solange es Ungerechtigkeit gibt, ist der nun errichtete Tempel nicht vollendet“, so der damalige Papst.
Im Guadalupe-Jahr ist mit vermehrtem Zustrom von Pilgern bei der im Norden der mexikanischen Hauptstadt gelegenen Marienheiligtums zu rechnen: Bis 12. Oktober 2027 haben Gläubige die Möglichkeit, dort einen vollkommenen Ablass zu erlangen. Dazu gilt es, die Basilika in gläubiger und reuevoller Haltung zu besuchen, an einem Gottesdienst teilzunehmen oder ein Gebet zu verrichten, sowie die üblichen kirchlichen Bedingungen wie Beichte, Kommunion, Glaubensbekenntnis und Gebet in den Anliegen des Papstes. Der Ablass kann auch Verstorbenen zugewendet werden, hieß es.
Vorbereitung auf den 500. Jahrestag der Erscheinungen
Das Jubeljahr der Basilika ist zugleich Teil einer längerfristigen Vorbereitung auf den 500. Jahrestag der Guadalupe-Erscheinungen 2031. Die Erzdiözese Mexiko-Stadt hat angekündigt, dazu die Seelsorge und die Betreuung der in der Basilika ankommenden Millionen Pilger zu verbessern. Zugleich soll eine 2022 begonnene interkontinentale Guadalupe-Novene Bischofskonferenzen weltweit in die geistliche Vorbereitung einbeziehen. Mit missionarischen Aktionen in den Stadtvierteln und Wallfahrten für Frieden und Einheit werden dabei gesellschaftliche Versöhnung gefördert und Menschen in schwierigen Lebenslagen Beistand geboten.
kap – sk, 12. Oktober 2026
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