Papst gratuliert den USA zum 250. Jahrestag

In einem offenen Brief hat Papst Leo XIV. “allen Amerikanern anlässlich des 250. Jahrestags der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung” gratuliert. Die Unterzeichnung der “Unabhängigkeitserklärung” am 4. Juli 1776 sieht er als entscheidenden Moment in der Geschichte seines Heimatlandes, “der den Idealen der Freiheit, der Gleichheit, des Strebens nach Glück, der Gerechtigkeit und der demokratischen Selbstverwaltung eine bleibende Stimme verlieh”

Quelle
Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten – Wikipedia

In dem Schreiben erinnert der aus Chicago stammende Papst daran, dass seit 250 Jahren Generationen von Amerikanern durch “Opferbereitschaft, Engagement, Innovation und bürgerliches Engagement” gemeinsam daran arbeiten, diese Prinzipien voranzubringen. Zugleich erkennt er in dem Jahrestag eine “Einladung, nicht nur den bemerkenswerten Weg der Nation zu feiern, sondern auch über die Verantwortung nachzudenken, die Söhne und Töchter dieses Landes gegenüber einander und gegenüber den Generationen tragen, die die Nation erben werden, die derzeit geformt wird”.

Religionsfreit

Im weiteren Verlauf des Briefes stellt Papst Leo das “Recht jedes Menschen, seinem Gewissen entsprechend zu beten und seinen Glauben offen, ohne Zwang oder Angst, auszuüben” heraus. Im Hinblick auf das Jubiläum sei nun die Anerkennung dieser Religionsfreiheit als zentraler Bestandteil der amerikanischen Grundsätze wichtig, die “sowohl die Würde des Einzelnen als auch das friedliche Zusammenleben eines vielfältigen Volkes” schütze.

Hinsichtlich der katholischen Kirche betont er, dass diese aufgrund der Religionsfreiheit in den Vereinigten Staaten zum Wohle ihrer Mitglieder und der amerikanischen Nation erst wachsen und gedeihen konnte. Leo ruft die Katholiken des Landes dazu auf, “als treue Söhne und Töchter der Kirche […] jeden Bereich ihres Daseins mit der Liebe Christi zu durchdringen (vgl. 2 Kor) und das Evangelium in den Gegebenheiten des täglichen Lebens zu leben”. Mit dieser Lebensweise habe die katholische Kirche in den vergangenen zweieinhalb Jahrhunderten zur Entwicklung des Landes beigetragen, insbesondere in den Bereichen Bildung, Armenfürsorge, Gesundheitsfürsorge und sozialen Diensten.

Papst Leo zitiert aus der Enzyklika seines Vorgängers Papst Leo XIII., “Sapientiae Christianae”, dass “es keinen besseren Bürger gibt … als den Christen, der sich seiner Pflicht bewusst ist” (Nr.7), und er ruft dIe Katholiken dazu auf, durch Treue gegenüber Gott und Vaterland der Nation zu dienen – “als Sauerteig für das Wachstum einer Zivilisation der Liebe” (vlg. Mt 13,33).

Würde des menschlichen Lebens

Für die Entwicklung der USA stellt für Leo XIV. die von Gott gegebene Würde des menschlichen Lebens einen zentralen Grundsatz dar. Er betont, dass “jeder Mensch mit einem innewohnenden Wert ausgestattet ist, der Ehrfurcht, Schutz und Fürsorge erfordert”. Ein umfassendes Verständnis dieser Würde führe dazu, die “Bedeutung des Schutzes des menschlichen Lebens von seinem Beginn bei der Empfängnis bis zum natürlichen Tod anzuerkennen”. In diesem Geiste verweist er darauf, dass zu diesem Schutz des menschlichen Lebens von je her die Aufnahme von Einwanderern Teil der Geschichte der USA war. “In jeder Generation haben diejenigen, die auf der Suche nach Freiheit, Chancen und einem Ort der Zugehörigkeit hierhergekommen sind, dazu beigetragen, den Charakter der Nation zu prägen.”

“In jeder Generation haben diejenigen, die auf der Suche nach Freiheit, Chancen und einem Ort der Zugehörigkeit hierhergekommen sind, dazu beigetragen, den Charakter der Nation zu prägen.”Nachfolgend zitiert Leo aus seiner Enzyklika “Magnifica Humanitas“ zum gemeinsamen Wirken für das Gemeinwohl: “Der Aufbau einer Welt, in der jeder sich entfalten kann, erfordert gemeinsame Verantwortung und Mut. Niemand kann allein die Last der Herausforderungen tragen, vor denen die Welt steht” (Nr. 13). Zur Bewältigung der globalen Herausforderungen müsse gemeinsam in einer Einheit zusammengearbeitet werden. “Das gemeinsame Bekenntnis zu den Idealen von Freiheit, Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Demokratie“ möge durch diesen Meilenstein erneuert werden. In der Würdigung des Mutes und der Weitsicht ihrer Vorfahren sollten die Amerikaner ihre Gemeinschaft stärken, Unterschiede respektieren und “gemeinsam auf eine perfektere Union hinarbeiten”.

Hoffnung und Einheit

Der Brief schließt mit der Hoffnung des Papstes, der Geist von 1776 möge “weiterhin Hoffnung und Einheit wecken, während die Vereinigten Staaten von Amerika in die Zukunft schreiten”. Er vertraue seine Gebete für die Stärkung der Prinzipien, von denen sich die Gründervater leiten ließen, der Fürsprache der Unbefleckten Empfängnis an, der Patronin des Landes.

vatican news – sc, 4. Juli 2026

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