Radio Vatikan begeht Weltradiotag mit Programm in sieben Sprachen
Nur einen Tag nach seinem 95. Geburtstag feiert Radio Vatikan am 13. Februar den Weltradiotag (World Radio Day) mit einer besonderen Initiative. Unter dem Leitthema “KI ist ein Werkzeug, keine Stimme” diskutieren Experten aus aller Welt über die Zukunft des Mediums im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
Mario Galgano – Vatikanstadt
Am 12. Februar 1931 durch Papst Pius XI. in Betrieb genommen und technisch realisiert vom Radio-Pionier Guglielmo Marconi, gehört der Sender des Papstes zu den ältesten Radiostationen der Welt. Zum diesjährigen Jubiläum präsentiert Radio Vatikan – Vatican News ein Programm in sieben verschiedenen Sprachen, das als Podcast-Reihe die Brücke zwischen Tradition und technologischer Innovation schlägt.
Deutschsprachige Experten diskutieren über KI-Zukunft
Angesichts der rasanten Entwicklung generativer KI hat die deutschsprachige Redaktion führende Köpfe aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk des DACH-Raums (Deutschland, Österreich, Schweiz) geladen, um über die Identität des Radios zu debattieren, darunter Gregor Schmalzried (ARD/BR, Deutschland). Der bekannte KI-Experte, Journalist und Podcaster (in der ARD der “KI-Podcast”) ist auch Lehrbeauftrager für Generative KI an der Hochschule Landshut.
Weiters werden Stefan Kollinger und Marco Mursteiner (beide ORF, Österreich) dabei sein. Als Chief Innovation Officer des ORF bringt Kollinger die Perspektive der strategischen Erneuerung und der digitalen Transformation in die Diskussion ein, während Mursteiner über die konkreten KI-Projekte im Sender berichtet.
Und schließlich konnten wir auch Philip Meyer (SRF, Schweiz) für eine Teilnahme gewinnen. Meyer ist Mitglied der SRF-Chefredaktion und in seiner Funktion auch Co-Lead der KI-Ethik-Fachgruppe von SRF. Er wird die Strategien seines Senders erörtern und uns verraten, ob wir im Schweizer Radio künftig auch maschinelle DJs erwarten dürfen.
Das Motto “AI is a tool, not a voice” (KI ist ein Werkzeug, keine Stimme) korrespondiert dabei eng mit der Botschaft von Papst Leo XIV. zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel 2026. Diese betont die menschliche Verantwortung und das notwendige Unterscheidungsvermögen im Umgang mit Algorithmen, insbesondere mit Blick auf die menschliche Kommunikation.
Ein weltweites Echo in sieben Sprachen
Neben dem deutschsprachigen Panel beleuchten sechs weitere Sprachredaktionen (Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Polnisch) das Thema aus globaler Sicht. Von der Rolle des Radios im Südsudan über digitale Strategien von Radio France bis hin zur privaten Rundfunklandschaft in den USA (Radio ESNE) wird die Unverzichtbarkeit der menschlichen Stimme als Instrument der Nähe und Empathie hervorgehoben.
Alessandro Gisotti, Präsident der Radio and Audio News Group der EBU (European Broadcasting Union), und Massimiliano Menichetti, Leiter von Radio Vatikan, betonen in den Sondersendungen, dass Radio ein “zutiefst menschliches Medium” bleibt, das auf Beziehung und Unmittelbarkeit basiert.
95 Jahre nach der ersten Radioansprache von Papst Pius XI. auf Latein über Radio Vatikan, das er mithilfe des Radiopioniers Guglielmo Marconi in den Vatikanischen Gärten errichten ließ, bekräftigt der Papstsender seine ursprüngliche Berufung als weltumspannendes Medium, das Menschen zahlreicher Kulturen und Sprachen verbindet: Die Technologie kann ohne Zweifel ein wichtiges Werkzeug darstellen, aber die Seele des Radios bleibt die menschliche Stimme.
vatican news, 10. Februar 2026
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