Kardinal Tucci gestorben

Kardinal Tucci war unter Johannes Paul II. auch päpstlicher Reisemarschall

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Er schrieb auch an der Geschichte von Radio Vatikan mit: Der italienische Kardinal Roberto Tucci, langjähriger Generaldirektor des Papstsenders und früherer päpstlicher Reisemarschall, ist am Dienstagabend in Rom verstorben – nur wenige Tage vor seinem 94. Geburtstag, den Tucci am Sonntag begangen hätte. Mit dem Tod des italienischen Jesuiten zählt das Kardinalskollegium noch insgesamt 224 Kardinäle, darunter sind jetzt noch drei Jesuiten und insgesamt 122 Kardinäle, die in einem Konklave wahlberechtigt sind.

Am 19. April 1921 als Sohn eines italienischen katholischen Vaters und einer anglikanischen Mutter in Neapel geboren, trat Tucci schon mit 15 Jahren in den Jesuitenorden ein und wurde 1950 zum Priester geweiht. Von 1959 bis 1973 war er Direktor der angesehenen Jesuitenzeitschrift “Civiltà Cattolica”, der er ein stärker internationales Profil gab. Am Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) nahm Tucci als Experte teil. Dabei wirkte er besonders an den Dokumenten über katholische Laien und die Kirche in der Welt von heute mit.

Danach arbeitete er unter anderem als Mitglied für die nachkonziliare Kommission für Laienapostolat und den päpstlichen Medienrat. So war er auch an der Abfassung des Vatikan-Dokuments “Communio et progressio” beteiligt, das Zweck und Profil katholischer Medienarbeit umreisst.

Von 1973 bis 1985 war Tucci Generaldirektor von Radio Vatikan. Nach dem Amtsantritt von Johannes Paul II. (1978-2005) begleitete er den Papst auf fast allen Auslandsreisen und war von 1982 bis 2001 für deren organisatorische Vorbereitung und Durchführung verantwortlich. In die Schlagzeilen geriet Tucci 2005 durch einen Rechtsstreit über eine angebliche überhöhte Strahlenbelastung durch die Sendeanlagen von Radio Vatikan ausserhalb von Rom. Ein Gericht verurteilte ihn als ehemaligen Direktor zu einer zehntägigen Haft auf Bewährung; die Entscheidung wurde aber von einer Berufungsinstanz aufgehoben.

Im Februar 2001, wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag und dem Rücktritt als Reisemarschall, ernannte Johannes Paul II. ihn überraschend zum Kardinal. In den folgenden Jahren meldete sich der Jesuit, der 1983 sogar als Generaloberer der Gesellschaft Jesu im Gespräch war, immer wieder mit Beiträgen zu internationalen Fragen in Kirche und Politik zu Wort.

Die Totenmesse für den verstorbenen Kardinal findet am Nachmittag des 17. April im Petersdom statt. Der Papst wird dabei die Einsegnung leiten.

rv/kna 15.04.2015 pr

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