Seid mutig, geht beichten!

Im Blickpunkt        KathTube: Prälat Imkamp: Osterbeichte

Die Tagespost, 21. März 2014

Papst Franziskus setzt weiterhin starke Akzente zur Förderung der Beichte. Nachdem er sich beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro selber in einen der Freiluft-Beichtstühle gesetzt hatte, um das Sakrament der Wiederversöhnung zu spenden, gehört dies inzwischen auch zum festen Programm der römischen Pfarrbesuche des Papstes. Sie haben inzwischen eine”franziskische” Prägung: Der Heilige Vater kommt nicht mehr am Sonntagvormittag, wo ihm dann der Angelus um zwölf Uhr eine zeitliche Grenze setzt, sondern am Nachmittag – und Franziskus nimmt sich Zeit.

Es gibt einen öffentlichen Teil, die Feier der Gemeindemesse, und vorher ein nicht-öffentliches Programm, zu dem etwa neben der Segnung der Kommunionkinder und der Begegnung mit den Pfarrgremien jetzt immer auch die Beichte gehört. Franziskus selber spendet das Sakrament.

Oft und klar hat der Papst über den Wert der persönlichen Ohrenbeichte gesprochen – und darum unterstützt er jetzt auch die Initiative des Päpstlichen Rats für Neuevangelisierung, am Freitag und Samstag der kommenden Woche 24 Stunden dem Herrn zu schenken – als Akt der Wiederversöhnung mit Gott mitten in der Fastenzeit. Wie Erzbischof Rino Fisichella, der Präsident des Evangelisierungsrats, erklärte, hätten bei der Bischofssynode zur Neuevangelisierung im Oktober 2012 viele Synodenväter auf die Bedeutung des Busssakraments als dem “Bruder“ der Taufe hingewiesen. Und der Vatikan setzt am 28. und 29. März ein deutliches Zeichen dafür, dass der gemeinschaftliche Bussgottesdienst und die persönliche Ohrenbeichte auseinandergehören: Am Freitag um 17 Uhr beginnt im Petersdom die Bussliturgie mit Franziskus, anschliessend sind Beichtehören und Eucharistische Anbetung angesagt. In drei zentral gelegenen Kirchen Roms. Und im Petersdom setzt sich der Papst selber in den Beichtstuhl.

Der Evangelisierungsrat hat diese Initiative allen Diözesen der Kirche vorgeschlagen. In Deutschland findet sie unter dem Motto “24 Stunden für Gott” in den Bistümern statt. Nicht nur zufrieden, sondern mit regelrechter Begeisterung habe Franziskus diese Initiative der Wiederversöhnung des Einzelnen mit Gott aufgenommen. Für den Jesuiten-Papst ist die Beichte ein ganz besonderer Ort, die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren – ein zentraler Aspekt in der Verkündigung von Franziskus. “Sei mutig und geh zur Beichte“, hatte der Papst den Einzelnen bei der Generalaudienz am 19. Februar zugerufen. Und: “Wenn man sich zur Beichte anstellt, empfindet man Scham, aber am Ende der Beichte kommt man frei, gross, schön, erleichtert, glücklich heraus: es ist einem verziehen worden.“

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